Das geeignete Attributionsmodell

Um einzelnen Kanälen Ihren Beitrag zur Conversion zuzurechnen und die Bedeutung als Touchpoint zu erfassen, werden unterschiedliche Attributionsmodelle verwendet. Für ein ordentlich aufgesetztes Multi-Channel Tracking reichen die Standard-Einstellungen in Google Ads allein nicht aus. 

Attributionsmodelle im Vergleich
Wer bekommt die Conversion?
Dieselbe User-Journey – fünf Modelle, fünf Verteilungen
1
Generische Suchanzeige
Tag 1 · Ware gesucht
–
2
Display-Banner
Tag 1 · Fachseite
–
3
Remarketing-Banner
Tag 2 · Erinnerung
–
4
Brand-Kampagne
Tag 2 · Shopname
–
1 Conversion
Die Journey: Ein Nutzer sucht die Ware, sieht Banner und kauft am nächsten Tag über die Brand-Kampagne. Welcher Kanal war es?
Last Click: Der letzte Touchpoint erhält den Zuschlag. Passt für kleine Konten mit kurzen Ketten – aber die generische Suche, die alles angestoßen hat, geht leer aus und wirkt teurer, als sie ist.
First Click: Der Erstkontakt bekommt die größte Bedeutung – sinnvoll zum Beispiel bei Produktlaunches.
Linear: Alle Touchpoints zählen gleich. Einfach in der Anwendung, aber ohne Gewichtung im Kaufprozess.
Aufsteigend: Ähnlich wie Last Click – die Bedeutung steigt zum Ende der Kette hin an.
Wannenmodell: Anfang und Ende zählen stärker als die assistierenden Klicks in der Mitte.
Beispielhafte Darstellung: Journey und Prozentwerte sind illustrativ – die genaue Gewichtung legt jedes Tool selbst fest. Klicken Sie auf ein Modell, um die Verteilung zu vergleichen.

Wie findet man das passende Attributionsmodell?

Das passende Attributionsmodell findet man durch Analyse der einzelnen Touchpoints in der User-Journey. Problemstellung und Herausforderung ist es, das Werbebudget effektiv zu verteilen. Wählt man ein ungünstiges Attributionsmodell wie „Last Click“, erhält der letzte Touchpoint die gesamte Conversion. Früher war Last Click in Google Ads die Standardeinstellung, heute ist es die datengetriebene Attribution. Wenn wir eine Zweierkette in der User-Journey haben und ein Nutzer als erstes eine Ware gesucht hat, am nächsten Tag zurückkehrt, den Shopnamen in Google eingibt und auf die vorhandene Brandkampagne klickt, zählt diese erfolgreich eine Conversion. Die Kennzahlen ersterer Kampagne ohne Conversion werden im Laufe der Zeit hingegen höher. Je mehr Touchpoints an einer User Journey beteiligt sind, desto komplexer wird es. Im Folgenden gebe ich eine Übersicht über Attributionsmodelle mit kurzer Erklärung. Wichtig: In Google Ads und Google Analytics 4 stehen seit September 2023 nur noch die datengetriebene Attribution und Last Click zur Auswahl. First Click, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert hat Google entfernt; diese und die weiteren Modelle finden Sie heute in spezialisierten Tracking- und Attributionstools.

AttributionsmodelleLast ClickDer letzte Klick erhält die gesamte Attribution.First ClickDer erste Klick erhält die gesamte Attribution.LinearAlle Klicks erhalten den gleichen Anteil an der Attribution.Zeitverlauf-basiertDie Attribution erfolgt basierend auf dem zeitlichen Verlauf.PositionsbasiertDie Attribution erfolgt basierend auf der Position der Klicks.Datengetriebene AttributionDie Attribution erfolgt auf Basis von Datenanalysen.
Die wichtigsten Attributionsmodelle im Überblick

Die Modelle im Detail

Last Click Modell

Der letzte Touchpoint erhält den Zuschlag. Für kleine Konten mit kurzen Ketten kann dieses Modell ausreichen. Dieses Modell berücksichtigt keine initiierenden Keywords am Anfang der User-Journey.

Wannenmodell

Das Wannenmodell berücksichtigt Anfang und Ende stärker als assistierende Klicks in der Mitte.

First Click

Dieses Modell gibt dem Erstkontakt die größte Bedeutung. Kann z.B. bei Produktlaunches sinnvoll sein.

Datengetriebene Attribution

Bezieht Länge und Dauer der Kette, zeitliche Muster, Device-Typ und nicht konvertierende Ketten mit ein.

Lineares Modell

Im linearen Modell werden allen vorbereitenden Touchpoints die gleiche Bedeutung zugesprochen. Sehr einfach in der Anwendung wird hier jedoch keine Gewichtung einzelner Touchpoints im Kaufprozess vorgenommen.

Zeitverlauf

Hier werden in der Regel kanalunabhängig die Zeitpunkte zwischen zwei Touchpoints gewichtet. Längere Zeitabschnitte erhalten eine höhere Gewichtung als bsp. wenige Minuten.

Absteigendes Modell

Ähnlich dem First Click Modell wird hier dem Erstkontakt die größte Bedeutung zugemessen.

Aufsteigendes Modell

Ähnlich dem Last Click Modell wird hier dem letzten Kundenkontakt die größte Bedeutung zugemessen. Mit ansteigender Tendenz zum Ende der Kette.

Positionsbasiert

Mit einem positionsbasierten Modell kann die Gewichtung selber gesetzt werden. Bsp. könnten assistierenden Klicks in der Mitte der Journey eine höhere Bedeutung zugemessen werden; vorstellbar wäre auch eine Kombination aus linearem Modell und hoher Gewichtung des Erstkontaktes.

Cookie-Weiche

Die Zuweisung der Conversions erfolgt nach den in der Cookie-Weiche hinterlegten Auslieferungen und vorgenommenen Einstellungen.

Bounces

Das Modell berücksichtigt die Absprungrate der Nutzer auf der Webseite. Hohe Absprungraten werden niedriger gewertet. Niedrige Absprungraten werden höher gewertet.

Regelbasierte Attribution

Hier können für Touchpoints und Touchpoint-Kombinationen spezifische Gewichte über eigene Regeln hinterlegt werden.

Schreibtisch mit Laptop, Diagrammen und angedeutetem Conversion-Funnel
Attribution: den Beitrag jedes Kanals entlang der Customer Journey verstehen

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Welches Modell passt zu Ihnen?

In Attributionsberichten muss nun noch unterschieden werden, ob der Tag der Conversion oder der Tag des Klicks, der zur Conversion geführt hat, gezählt wird. Das Attributionsmodell stellen Sie in Google Ads in den Einstellungen der jeweiligen Conversion-Aktion ein; im Bereich „Attribution“ können Sie Modelle vergleichen und die Conversion-Pfade Ihrer Kampagnen analysieren. Allerdings bewegen wir uns hier rein im Google Universum und weitere Touchpoints wie SEO, Affiliate, Partner, .. bleiben außen vor. Google bietet in Google Ads nur noch zwei Attributionsmodelle: datengetrieben und Last Click. Wer die Zuordnung der Touchpoints exakter messen möchte, sollte auf dafür ausgelegte Performance Marketing Tools (z.B. intelliAd) zurückgreifen.

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