Der durchschnittliche Stundensatz von Freelancern im DACH-Raum liegt bei 103 Euro, im Bereich Marketing und Kommunikation bei 94 Euro – das zeigt der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap mit 5.412 Befragten. Die Zahl hilft Ihnen trotzdem nur begrenzt weiter. Denn ob 94 Euro für Sie reichen, hängt an einer Größe, die fast niemand sauber rechnet: an den Stunden, die Sie am Ende tatsächlich in Rechnung stellen können. Mit dem Rechner unten drehen Sie an dieser Schraube und sehen sofort, was hinten herauskommt.
Der Stundensatz-Rechner
Kostenloser Rechner – ohne Anmeldung
Stundensatz-Rechner für Freelancer im Marketing
Sie tragen ein, was Sie netto verdienen wollen, was Ihr Betrieb kostet und wie viele Stunden Sie tatsächlich abrechnen können. Der Rechner zeigt den Stundensatz, der dafür nötig ist, den Tagessatz, den Monatsumsatz und die Aufteilung eines jeden Euro Honorar. Alles läuft in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert und nichts übertragen.
Was Sie verdienen wollen
Was am Ende auf Ihrem privaten Konto bleiben soll – nach Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge.
Bei „pro Monat" wird der Betrag mit zwölf multipliziert.
Grobe Überschlagsquote. Übliche Spanne je nach Einkommenshöhe: 20 bis 45 Prozent. Das ersetzt keine Steuerberatung.
Kranken- und Pflegeversicherung zusammen, freiwillig gesetzlich oder privat.
Rürup, ETF-Sparplan, Versorgungswerk. Wer hier null einträgt, verschiebt das Problem nur.
Für Rücklagen, Investitionen, Zahlungsausfälle und schlechte Jahre. Unter 10 Prozent wird es eng.
Betriebskosten pro Jahr
SEO-Werkzeuge, KI-Abos, Buchhaltung, Cloud, Lizenzen.
Miete, Coworking, anteilige Kosten des Arbeitszimmers, Telefon, Internet.
Berufshaftpflicht, Rechtsschutz, Elektronikversicherung, Kammer- und Verbandsbeiträge.
Konferenzen, Kurse, Fachbücher, Reisekosten dorthin.
Rechner, Monitor, Kamera, Möbel – als Jahresbetrag, nicht als Kaufpreis.
Steuerberatung, eigene Website, Akquise, Bewirtung, Fahrtkosten.
Ihre Zeit
Der Rechner setzt 52 Wochen an.
Nur die, die auf einen Arbeitstag fallen. In Bayern gibt es 12 gesetzliche Feiertage, einige davon landen auf dem Wochenende.
29 Tage sind der Durchschnitt im Freelancer-Kompass 2026.
Realistisch statt heldenhaft. Als Selbstständiger zahlt Ihnen diese Tage niemand.
Die gesamte Arbeitszeit, nicht nur die bezahlte.
Anteil der Arbeitszeit, den Sie einem Kunden in Rechnung stellen. Der Rest ist Akquise, Buchhaltung, eigenes Marketing, Weiterbildung und Projektlücken.
Ergebnis
Wohin ein Euro Honorar geht
Das Ergebnis erscheint hier.
Fakturierbare Stunden = (52 × Arbeitstage je Woche − Feiertage − Urlaub − Krankheit) × Arbeitsstunden je Tag × fakturierbarer Anteil. Nötiger Gewinn = (Wunsch-Netto + Krankenversicherung + Altersvorsorge) ÷ (1 − Steuerquote). Umsatzbedarf = Gewinn + Betriebskosten. Stundensatz = Umsatzbedarf ÷ fakturierbare Stunden, danach der Gewinnaufschlag.
Bitte lesen: Das ist eine Überschlagsrechnung, keine Steuerberatung
Der Rechner arbeitet mit einer pauschalen Steuerquote auf den Gewinn. Die Einkommensteuer in Deutschland ist progressiv, hinzu kommen Freibeträge, Vorauszahlungen, Gewerbesteuer bei gewerblicher Tätigkeit und Ihre persönliche Situation. Außerdem zieht der Rechner Krankenversicherung und Altersvorsorge erst nach der Steuer ab, obwohl beide als Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen mindern. Die Rechnung liegt damit bewusst auf der sicheren Seite, ist also eher zu vorsichtig als zu optimistisch. Für die tatsächliche Belastung fragen Sie bitte Ihre Steuerberatung. Die Umsatzsteuer ist nicht enthalten, sie ist ein durchlaufender Posten.
Wie gerechnet wird – die Formeln im Klartext
Der Rechner macht drei Dinge nacheinander. Erst die Zeit, dann das Geld, dann die Division.
- Fakturierbare Stunden: 52 Wochen mal Arbeitstage je Woche ergibt die Bruttoarbeitstage. Davon gehen Feiertage, Urlaub und Krankheitstage ab. Der Rest wird mit den Arbeitsstunden je Tag multipliziert und dann mit dem fakturierbaren Anteil.
- Umsatzbedarf: Wunsch-Netto plus Krankenversicherung plus Altersvorsorge, geteilt durch (1 minus Steuerquote), ergibt den nötigen Gewinn. Plus Betriebskosten ergibt den Umsatzbedarf.
- Stundensatz: Umsatzbedarf geteilt durch fakturierbare Stunden. Darauf kommt der Gewinnaufschlag für Rücklagen und Ausfälle.
Ein durchgerechnetes Beispiel mit der Voreinstellung „Vollzeit-Solo". 52 Wochen zu 5 Tagen sind 260 Arbeitstage. Minus 11 Feiertage, 29 Urlaubstage und 10 Krankheitstage bleiben 210 Tage. Bei 8 Stunden am Tag sind das 1.680 Arbeitsstunden – davon 60 Prozent fakturierbar, also 1.008 bezahlte Stunden im Jahr. Das sind knapp 19,4 bezahlte Stunden pro Woche.
Auf der Geldseite: 45.000 Euro Wunsch-Netto, 6.600 Euro Krankenversicherung und 4.800 Euro Altersvorsorge ergeben 56.400 Euro. Geteilt durch 0,7 bei 30 Prozent Steuerquote sind das 80.571 Euro Gewinn. Plus 9.600 Euro Betriebskosten ergibt einen Umsatzbedarf von 90.171 Euro. Geteilt durch 1.008 Stunden: 89,46 Euro je Stunde, kostendeckend. Mit 15 Prozent Aufschlag sind es 102,87 Euro, ein Tagessatz von 822,99 Euro und ein Monatsumsatz von 8.641,43 Euro.
Und jetzt der Punkt, um den es mir geht: 102,87 Euro liegen fast exakt auf dem Marktdurchschnitt von 103 Euro – und deutlich über den 94 Euro, die Marketing-Freelancer im Schnitt aufrufen. Für ein Netto, das ungefähr dem eines gut bezahlten Angestellten entspricht. Wer 94 Euro verlangt und dabei 45.000 Euro netto erwartet, hat sich entweder bei den Betriebskosten verrechnet oder bei den fakturierbaren Stunden.
Warum die meisten Freelancer zu niedrig kalkulieren
Der häufigste Fehler ist nicht Bescheidenheit. Es ist ein Rechenfehler an einer einzigen Stelle: Die Leute teilen ihren Umsatzbedarf durch ihre Arbeitsstunden statt durch ihre bezahlten Stunden. Der Unterschied ist gewaltig.
Der Freelancer-Kompass 2026 weist aus, dass rund 12 Prozent der Arbeitszeit nicht abrechenbar sind. Diese Zahl klingt harmlos, sie deckt aber nur den Verwaltungsanteil ab. Sie sagt nichts über Projektlücken – und genau da wird es unangenehm: 43 Prozent der Befragten haben keine gesicherte Auslastung, 26 Prozent der Teilnehmenden der freelance.de-Studie brauchen länger als drei Monate, um ein neues Projekt zu finden.
Wenn man beides zusammennimmt, kommen die üblichen Rechenbeispiele auf erstaunlich ähnliche Ergebnisse. freelancermap zieht von 204 Arbeitstagen noch 24 Weiterbildungstage und 36 Akquisetage ab und landet bei 144 fakturierbaren Tagen im Jahr. Papierkram rechnet mit zusätzlichen Posten für Büro und Buchhaltung und kommt auf 133 Tage. Beide Wege führen zum selben Befund: Von den rund 260 Kalender-Arbeitstagen sind gut die Hälfte bezahlt.
Meine Erfahrung als Selbstständiger in Nürnberg deckt sich damit. Ein fakturierbarer Anteil von 60 Prozent ist ein guter Wert, den man erst nach einigen Jahren mit festem Kundenstamm erreicht. Im ersten Jahr sind 40 Prozent realistisch, weil alles länger dauert und die Akquise den halben Kalender frisst. Wer im Rechner oben von 60 auf 40 Prozent geht, sieht sofort, was das anrichtet: Der nötige Stundensatz springt um die Hälfte nach oben.
Der zweite systematische Fehler ist die Altersvorsorge. Der Freelancer-Kompass 2026 nennt 55 Prozent der Befragten, die sich um ihre finanzielle Absicherung im Alter sorgen. Wer im Rechner die 400 Euro monatlich auf null setzt, senkt seinen nötigen Stundensatz um 7,82 Euro auf 95,05 Euro. Das ist der Preis dafür, ein Problem um dreißig Jahre zu verschieben.
Was andere verlangen: die Zahlen aus den Studien
Es gibt zwei jährliche Erhebungen, die für den deutschsprachigen Raum brauchbar sind. Der Freelancer-Kompass von freelancermap befragte für den Jahrgang 2026 zwischen dem 17. November 2025 und dem 8. Februar 2026 insgesamt 5.412 Freelancer und wertete zusätzlich über 340.000 Profile aus. Die Freelancer-Studie von freelance.de befragte zwischen dem 27. Januar und dem 2. März 2026 über 3.300 Personen.
Beide Studien kommen bei Marketing auf niedrigere Werte als beim Gesamtdurchschnitt – freelancermap nennt 94 Euro, freelance.de 86,70 Euro. Diese Differenz von gut sieben Euro sollte man nicht wegmitteln: Die Kategorien sind unterschiedlich geschnitten, die Stichproben ebenfalls. Nehmen Sie den Bereich zwischen 87 und 94 Euro als Korridor für den Marketing-Durchschnitt.
Bemerkenswert ist die Richtung. Der Freelancer-Kompass meldet für 2026 mit 103 Euro den ersten Rückgang seit Beginn der Erhebung, nach 104 Euro im Vorjahr. Deutlich dramatischer ist der Projektumsatz: Er fiel von 8.022 Euro auf 6.653 Euro im Monat, ein Minus von 17,1 Prozent. Die Stundensätze halten also, die Auslastung nicht. Genau das ist der Grund, warum der Auslastungspuffer im Rechner keine Kosmetik ist.
| Disziplin | Freelancer, übliche Spanne | Agentur, übliche Spanne | Belegte Ankerzahl |
|---|---|---|---|
| SEO | 75 bis 150 € je Stunde | 90 bis 300 € je Stunde | Anbieterangaben Evergreen Media, netgrade, seoagentur.de (2026). Städtedurchschnitte der Schild-und-Roth-Studie 2022: 47,50 € (Bottrop) bis 122,33 € (Hamburg) |
| Google Ads und SEA | 80 bis 140 € je Stunde | 100 bis 200 € je Stunde | keine eigene Studienkategorie. Näherung über Marketing und Kommunikation: 94 € (Freelancer-Kompass 2026) |
| KI-Beratung | 100 bis 180 € je Stunde | 150 bis 300 € je Stunde | keine eigene Studienkategorie. Nächstliegende Werte: Beratung und Management 121 €, Data und Analytics 108 € (Freelancer-Kompass 2026). Die Spanne ist meine Einschätzung, keine Erhebung |
| Content und Redaktion | 60 bis 110 € je Stunde | 90 bis 150 € je Stunde | Design, Medien und Kreativdienste: 89 € (Freelancer-Kompass 2026); Kunst und Kultur 76,89 € (freelance.de 2026) |
| Webdesign und Umsetzung | 70 bis 120 € je Stunde | 90 bis 160 € je Stunde | Software- und Webentwicklung 91 €, Design und Medien 89 € (Freelancer-Kompass 2026) |
Ich sage offen dazu: Nur die letzte Spalte ist belegt. Die Spannen in den mittleren Spalten sind zusammengetragen aus Preisseiten deutscher Anbieter und aus meiner eigenen Marktbeobachtung. Für Google Ads und für KI-Beratung gibt es schlicht keine Studie mit eigener Kategorie. Wer Ihnen für diese Disziplinen exakte Durchschnittswerte nennt, hat sie sich ausgedacht.
Freelancer oder Agentur – der Unterschied liegt nicht nur im Preis
Ein Freelancer ist je Stunde günstiger, weil er keine Vertriebsabteilung, keine Projektleitung und keine leeren Schreibtische finanziert. Dafür bekommen Sie genau eine Person: begrenzte Kapazität, keine Vertretung bei Krankheit, keine zweite Meinung im Haus. Agenturen bieten mehrere Fachleute parallel und Vertretung, verlangen dafür aber Mindestbudgets und meist sechs Monate Laufzeit – 95 Prozent der 2022 befragten SEO-Agenturen arbeiteten mit monatlichem Fixbudget bei Mindestlaufzeiten.
Ein Punkt, der in Preisvergleichen oft untergeht: Bei einer Agentur sprechen Sie in der Regel mit einer Projektleitung, gearbeitet wird von jemand anderem. Bei einem Freelancer sprechen Sie mit der Person, die es macht. Ob das ein Vorteil oder ein Risiko ist, hängt davon ab, wie viel Steuerung Sie selbst leisten können und wollen.
Stundensatz, Paketpreis, Retainer oder Erfolgsbeteiligung
Der Stundensatz ist nur die Recheneinheit. Wie Sie abrechnen, ist eine zweite Entscheidung – und sie verändert Ihr Risiko erheblich.
| Modell | Wann es passt | Ihr Risiko als Anbieter | Risiko für den Kunden |
|---|---|---|---|
| Stundensatz | unklarer Umfang, laufende Zuarbeit, Beratung, Sparring | gering – Sie werden für jede Stunde bezahlt, aber Effizienzgewinne senken Ihren Umsatz | hoch – der Endpreis steht vorher nicht fest |
| Paket- oder Festpreis | klar abgegrenzte Leistungen: Audit, Keyword-Recherche, Kampagnen-Setup | hoch – jede Fehlkalkulation im Umfang zahlen Sie selbst | gering – der Preis steht, die Leistung ist definiert |
| Retainer, monatliche Pauschale | laufende Betreuung über sechs Monate und länger | mittel – planbarer Umsatz, aber Sie müssen den Umfang aktiv steuern | mittel – Nutzen muss regelmäßig belegt werden |
| Erfolgsbeteiligung | wenn Sie den Erfolg messbar und weitgehend allein beeinflussen können | sehr hoch – Sie tragen Marktrisiko, das Sie nicht kontrollieren | gering, aber teuer, wenn es funktioniert |
Meine Empfehlung nach mehreren Jahren Selbstständigkeit: Rechnen Sie intern immer mit dem Stundensatz, verkaufen Sie extern so oft wie möglich Pakete und Retainer. Der Grund ist einfach. Ein Paketpreis honoriert Erfahrung, ein Stundensatz bestraft sie. Wer eine technische Analyse in vier statt in zwölf Stunden erledigt, verdient beim Stundenmodell ein Drittel. Beim Paketpreis verdient er dasselbe und hat acht Stunden frei.
Von reinen Erfolgsbeteiligungen im SEO halte ich wenig, und das ist ausdrücklich meine Meinung. Rankings hängen an Faktoren, die keine Dienstleisterin und kein Dienstleister kontrolliert: Algorithmusänderungen, Wettbewerber, Produktqualität, Lieferfähigkeit. Wer sich darauf einlässt, verkauft Marktrisiko zum Preis von Arbeitszeit. Als Bestandteil eines Modells mit soliden Grundvergütung kann eine Beteiligung sinnvoll sein – als alleinige Vergütung nicht.
Was kostet SEO? Realistische Preisspannen
Die Frage bekomme ich in fast jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort beginnt mit einer schlechten Nachricht: Es gibt für Deutschland genau eine breite Preiserhebung, und die ist von 2022. Schild und Roth fragten 521 SEO-Agenturen in den 80 größten deutschen Städten an und werteten 243 Rückmeldungen aus. Ergebnis damals: ein durchschnittliches Monatsbudget von 1.256,71 Euro, Mindestbudgets zwischen 500 und 3.000 Euro und Stundensätze zwischen 15 Euro im Einzelfall und 150 Euro als Spitzenwert. Alles Weitere sind Anbieterangaben.
| Leistung | Realistische Preisspanne | Grundlage |
|---|---|---|
| Laufende Betreuung, lokal oder kleines Unternehmen | 600 bis 1.800 € im Monat | Anbieterangaben seoagentur.de, netgrade (2026) |
| Laufende Betreuung, Mittelstand | 1.000 bis 3.000 € im Monat | Anbieterangaben; deckt sich mit dem Studienmittel 1.256,71 € von 2022 |
| Laufende Betreuung, umkämpfter Markt oder E-Commerce | 3.000 bis 8.000 € im Monat | Anbieterangaben Evergreen Media, seoagentur.de |
| Einmaliges Audit, bis 50 Seiten | 1.500 bis 4.000 € | Anbieterangaben seoagentur.de |
| Einmaliges Audit, bis 500 Seiten | 4.000 bis 12.000 € | Anbieterangaben; Evergreen Media rechnet 20 bis 30 Stunden für einen mittleren Shop |
| SEO-Beratung, Sparring, Workshop | 90 bis 200 € je Stunde, Tagessatz ab 980 € | Anbieterangaben netgrade, Evergreen Media |
| Relaunch-Begleitung | meist als Projektbudget über mehrere Monate, Größenordnung eines Audits plus laufende Begleitung | UNSICHER – keine belastbaren Marktdaten. Eigene Einschätzung: Umfang vor Preis klären |
| Ein einzelner Ratgeberartikel | 10 bis 15 Arbeitsstunden | Aufwandsangabe Evergreen Media (2026) |
Warum Dumping-Angebote unter 1.000 Euro im Monat nichts bringen
Rechnen Sie jedes Angebot in Arbeitsstunden um. Das ist der einzige Test, den Sie ohne Fachwissen selbst durchführen können.
Bei einem realistischen Stundensatz von 110 Euro stecken in 500 Euro Monatsbudget viereinhalb Arbeitsstunden. In viereinhalb Stunden kann niemand eine technische Baustelle beheben, einen Inhalt in ordentlicher Qualität produzieren und dann auch noch berichten. netgrade nennt aus demselben Grund 980 Euro als sinnvolles Mindestbudget. Wer Ihnen für 199 Euro im Monat „SEO-Betreuung" verkauft, verkauft Ihnen ein automatisiertes Werkzeug-Reporting und knapp zwei Stunden Arbeit – oder er zahlt drauf und wird das Mandat schlecht bedienen.
Woran Sie ein unseriöses SEO-Angebot erkennen
- Rankinggarantien: Niemand kontrolliert Googles Rangfolge. Eine garantierte Platzierung ist entweder auf ein Keyword ohne Wettbewerb gemünzt oder gelogen.
- Kein Stundenäquivalent: Ein Angebot, das keine Aussage über Aufwand oder Umfang macht, lässt sich nicht prüfen. Fragen Sie nach: Wie viele Stunden im Monat, wofür?
- Backlinkpakete mit Stückzahlen: „250 Backlinks für 299 Euro" ist ein Risiko, kein Angebot. Evergreen Media veranschlagt allein 10 bis 13 Stunden Arbeit für einen einzigen Link über echte Ansprache.
- Lange Laufzeit ohne Ausstieg: Sechs Monate Mindestlaufzeit sind branchenüblich und fachlich begründbar. Vierundzwanzig Monate ohne Sonderkündigungsrecht sind es nicht.
- Kein Zugriff auf die eigenen Daten: Search Console, Analytics und die Rankingdaten gehören Ihnen. Wer sie nur in eigenen PDF-Berichten herausgibt, baut eine Abhängigkeit.
- Der Preis kommt vor der Analyse: Ein seriöses Angebot entsteht, nachdem jemand die Website und den Wettbewerb angesehen hat. Nicht davor.
Wie ich selbst arbeite, sehen Sie auf meiner Seite zur Suchmaschinenoptimierung; für bezahlte Kanäle gilt dieselbe Logik der Aufwandsprüfung, dazu mehr unter Google Ads.
Typische Fehler bei der Preisfindung
- Vom Angestelltengehalt rückwärts rechnen: 50.000 Euro Jahresgehalt entsprechen rein rechnerisch rund 24 Euro je Arbeitsstunde. Dieser Vergleich ignoriert Arbeitgeberanteile, bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung, Betriebskosten und unbezahlte Zeit. Er taugt nur als Warnung davor, ihn zu ziehen.
- Betriebskosten unterschätzen: Der Freelancer-Kompass 2026 nennt 783 Euro monatliche Betriebsausgaben im Schnitt, das sind rund 9.400 Euro im Jahr. Wer SEO-Werkzeuge und KI-Abos ernsthaft nutzt, liegt schnell darüber.
- Die Steuer als Restgröße behandeln: 20 bis 45 Prozent des Gewinns sind die übliche Spanne. Wer sie erst bei der Steuererklärung bemerkt, hat das Geld schon ausgegeben.
- Keinen Puffer einplanen: Bei 43 Prozent ohne gesicherte Auslastung ist der Aufschlag keine Gier, sondern Betriebswirtschaft.
- Preise aus Angst nicht erhöhen: 59 Prozent der von freelance.de Befragten haben ihre Sätze zuletzt nicht verändert. Wer erhöht hat, tat es im Schnitt um 14 Prozent – und 16 Prozent senkten ihre Preise um durchschnittlich 19 Prozent.
- Rabatte statt Umfangskürzung: Wenn das Budget nicht reicht, streichen Sie Leistungen, nicht den Preis. Ein Rabatt ist dauerhaft, ein reduzierter Umfang ist verhandelbar.
- Den Stundensatz mit dem Wert verwechseln: Der Rechner liefert die Untergrenze, unter der Sie draufzahlen. Was Ihre Arbeit dem Kunden wert ist, ist eine andere Frage – und meistens die wichtigere.
Mein Fazit: Der Stundensatz ist kein Preisschild, sondern ein Messgerät. Er sagt Ihnen, ob eine Anfrage sich rechnet, ob ein Paketpreis auskömmlich ist und ab wann Sie Aufträge ablehnen sollten. Rechnen Sie ihn einmal im Jahr neu, mit ehrlichen Zahlen für Urlaub, Krankheit und fakturierbaren Anteil. Die unangenehmste Zahl in dieser Rechnung ist fast immer der fakturierbare Anteil – und genau deshalb ist sie die wichtigste.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Stundensatz als Freelancer?
Sie rechnen von hinten nach vorne. Zuerst legen Sie fest, was Sie netto im Jahr brauchen. Dann addieren Sie Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern und kommen so auf den nötigen Gewinn. Dazu kommen die Betriebskosten, das ergibt den Umsatzbedarf. Diesen Umsatzbedarf teilen Sie durch die Stunden, die Sie tatsächlich abrechnen können – nicht durch Ihre Arbeitsstunden. Zum Schluss schlagen Sie 10 bis 20 Prozent für Rücklagen und Ausfälle auf.
Was ist ein normaler Stundensatz für Freelancer im Marketing?
Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap nennt für Marketing und Kommunikation 94 Euro, bei einem Durchschnitt von 103 Euro über alle Fachbereiche. Die Freelancer-Studie 2026 von freelance.de kommt für Marketing auf 86,70 Euro bei 101,70 Euro Gesamtdurchschnitt. Beide Erhebungen stammen aus dem Frühjahr 2026 und messen den DACH-Raum. Die Differenz zeigt, wie unterschiedlich die Kategorien geschnitten sind – nehmen Sie beide Werte als Korridor, nicht als Punktwert.
Wie viele Stunden kann ein Freelancer wirklich abrechnen?
Deutlich weniger, als die meisten annehmen. Der Freelancer-Kompass 2026 weist rund 12 Prozent nicht abrechenbare Arbeitszeit aus, gleichzeitig haben 43 Prozent keine gesicherte Auslastung. Die Rechenbeispiele von freelancermap und papierkram kommen übereinstimmend auf 133 bis 144 fakturierbare Tage im Jahr, wenn man Akquise, Buchhaltung und Weiterbildung abzieht. Von rund 260 Kalender-Arbeitstagen bleiben also gut die Hälfte.
Was kostet SEO im Monat?
Für kleine, lokale Projekte liegen die üblichen Pauschalen bei 600 bis 1.800 Euro im Monat, für mittelständische Unternehmen bei 1.000 bis 3.000 Euro, in umkämpften Märkten und im E-Commerce bei 3.000 bis 8.000 Euro. Die einzige breite Preiserhebung, die Studie von Schild und Roth aus dem Jahr 2022 mit 243 auswertbaren Agenturantworten, kam auf ein durchschnittliches Monatsbudget von 1.256,71 Euro. Sie ist inzwischen über vier Jahre alt, die heutigen Preise dürften darüber liegen.
Was kostet ein einmaliges SEO-Audit?
Nach den Preisangaben deutscher Anbieter liegt ein Audit für eine Website bis 50 Seiten bei rund 1.500 bis 4.000 Euro, bis 500 Seiten bei 4.000 bis 12.000 Euro und für große Portale deutlich darüber. Evergreen Media beziffert den Aufwand für einen durchschnittlichen Onlineshop mit 20 bis 30 Arbeitsstunden. Rechnen Sie diese Stunden gegen den Stundensatz Ihres Anbieters – wenn die Rechnung nicht aufgeht, stimmt entweder der Umfang oder der Preis nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Freelancer und Agentur bei den Kosten?
Freelancer verlangen je Stunde meist weniger, weil sie keinen Overhead und keine Vertriebsmannschaft finanzieren. Anbieterangaben nennen für SEO-Freelancer 75 bis 150 Euro je Stunde und für Agenturberatung 90 bis 300 Euro. Dafür bekommen Sie bei einem Freelancer nur eine Person mit begrenzter Kapazität und ohne Vertretung bei Krankheit. Agenturen haben mehrere Fachleute, verlangen aber häufig Mindestbudgets und Laufzeiten von sechs Monaten aufwärts.
Ab welchem Budget lohnt sich SEO überhaupt?
Rechnen Sie es in Stunden um. Bei 110 Euro je Stunde stecken in 500 Euro Monatsbudget gut viereinhalb Arbeitsstunden, in 1.000 Euro gut neun. In viereinhalb Stunden im Monat lässt sich weder eine technische Baustelle beheben noch ein Inhalt in ordentlicher Qualität produzieren. Meine Einschätzung: Unterhalb von rund 1.000 Euro im Monat sollten Sie kein Dauermandat abschließen, sondern lieber einmalig ein Audit kaufen und die Umsetzung selbst erledigen.
Planbar neue Kunden gewinnen
Im Business Development baue ich mit Ihnen das System, das aus Recherche Ihrer Einkäufer planbar Anfragen macht: Marktanalyse mit echten Daten, geschärftes Angebot, Leadmaschine aus Website, SEO, GEO und Ads.
Eine ehrliche zweite Meinung
Nicht jede Entscheidung braucht eine Agentur. Als Sparringspartner für Marketing und KI gehe ich in festen Terminen mit Ihnen die anstehenden Entscheidungen durch – mit Ihren echten Zahlen und einem Protokoll, nach dem jeder weiß, was zu tun ist.
Sie wollen wissen, ob Ihr Budget zum Ziel passt. Ich arbeite als Freelancer für SEO, Google Ads und KI-Beratung in Nürnberg und sage Ihnen im Erstgespräch offen, was mit Ihrem Budget realistisch geht – und was nicht. Schreiben Sie mir kurz, um welche Website und welches Ziel es geht.







