„gamma ai" wird in Deutschland im Schnitt 74.000-mal pro Monat gegoogelt – viermal so oft wie vor einem Jahr. Damit ist Gamma das mit Abstand bekannteste Werkzeug für KI-Präsentationen. Ich habe mir angesehen, was es kann, was es kostet, wie es mit deutschen Inhalten umgeht, wo der Datenschutz klemmt – und welche sieben Alternativen für Marketing und Vertrieb im Mittelstand infrage kommen. Alle Angaben mit Stand 5. September 2026.
Was Gamma anders macht
Wer zum ersten Mal in Gamma arbeitet, merkt den Unterschied nach zwei Minuten: Es gibt keine Folie mit fixen 16:9, in die Sie Textkästen schieben. Gamma arbeitet mit Karten, deren Höhe mitwachsen kann. Der Hersteller belegt das indirekt über die Seiteneinrichtung – Sie können eine feste Höhe wählen, damit der Inhalt „within specified dimensions" bleibt, „ideal for exports such as PowerPoint slides or social media posts". Ohne diese Einstellung sind die Karten in der Länge variabel; Gamma spricht im Hilfecenter selbst von „fluid slides". Für Vertriebsunterlagen, die im Browser gelesen und nicht projiziert werden, ist das ein Vorteil. Für ein Deck, das anschließend in eine gebrandete PowerPoint-Vorlage wandern soll, ist es eine Fehlerquelle – dazu unten mehr.
Der Einstieg läuft über drei Wege, die Gamma im Dialog „Create New AI" selbst so benennt:
- Generate: „AI drafts an initial version based on your topic" – Sie geben ein Thema ein, Gamma entwirft Gliederung und Inhalte.
- Paste: „AI formats and refines pre-written content" – Sie fügen einen fertigen Text ein, Gamma bringt ihn in Form. Für Mittelständler mit vorhandenen Angebotstexten der praxisnächste Weg.
- Import: „AI converts existing files, decks, or web pages into a structured format" – PDF und PPTX sind laut Preisseite schon im kostenlosen Tarif importierbar.
Nach der Erstellung wird über ein Sparkle-Symbol an jeder Folie nachgearbeitet. Der KI-Editor, den Gamma „Agent" nennt und ausdrücklich als Beta kennzeichnet, kann Rechtschreibung korrigieren, Texte übersetzen und zusammenfassen, das Theme austauschen, das Web durchsuchen und mit Zitaten belegen, URLs lesen, Folien ergänzen und Diagramme erzeugen. Bearbeitungen über alle Folien hinweg sind laut Hilfecenter Pro-Nutzern vorbehalten. Chat-Verläufe löscht Gamma nach drei Tagen Inaktivität oder wenn die Nutzung 180.000 Token übersteigt – wer eine Änderungshistorie braucht, sollte das wissen.
Beim Design wirbt Gamma mit über 100 Themes und über 20 KI-Modellen. Bilder erzeugt Gamma direkt im Dokument; die Modellqualität ist an den Tarif gekoppelt: Plus bekommt „Advanced AI image models", Pro „Premium AI image models", Ultra „Access to most advanced AI models (text, image, video)". Wenn Sie ohnehin an KI-Bildern für Ihre Unterlagen arbeiten, lohnt der Blick in meinen Beitrag zum Thema KI-Bilder erstellen – die dort beschriebenen Prompt-Regeln gelten auch innerhalb von Gamma.
Exportiert wird nach PDF, PNG und PowerPoint (PPTX), dazu direkt nach LinkedIn; für Google Slides empfiehlt Gamma den Umweg über die PPTX-Datei. Bemerkenswert: Der Export funktioniert auch im kostenlosen Tarif – nur eben mit Gamma-Logo. Die Grenzen benennt der Hersteller selbst erfreulich offen: „Exports reflect Present Mode, not Edit Mode, so some visual differences are expected", Schriften werden je nach Format unterschiedlich behandelt, und „extremely long gammas (typically 150+ slides) can fail to export". Ob die PPTX-Datei am Ende nativ editierbare Textrahmen enthält oder Elemente als Bild einbettet, dokumentiert Gamma nicht. Das müssen Sie an Ihrer eigenen Vorlage ausprobieren, bevor Sie sich darauf verlassen.
Ein Detail, das im Vertrieb den Unterschied macht: Gamma misst, wie ein geteiltes Deck gelesen wird – „Relative Time Spent Per Slide", „Percentage of Views Per Slide", „Slides Viewed" und „Unique Viewers (Last 30 Days)". Wer sehen will, wie lange ein Interessent auf der Preisfolie war, braucht allerdings mindestens Pro: „Full analytics access is only available to users on the Pro plan."
Credits und Preise – mit einer Lücke, die ich offenlege
Prüfpunkt: die Listenpreise für Plus, Pro und Ultra
Gamma liefert die Preiszahlen auf gamma.app/pricing und gamma.app/de/pricing ausschließlich clientseitig aus. Im Seitenquelltext stehen die Plannamen, die Kurzbeschreibungen und die Funktionslisten – aber keine Zahlen. Ein direkter Abruf wird mit HTTP 403 abgewiesen, ein Archiv-Snapshot war nicht verfügbar, und zwei geprüfte Drittquellen widersprechen sich deutlich (9 gegen 10 US-Dollar für Plus, 18 gegen 20 für Pro, 90 gegen 60 für Ultra). Ich behaupte diese Preise deshalb nicht. Bitte lesen Sie die aktuellen Beträge vor einer Kaufentscheidung selbst auf der Preisseite ab und schalten Sie dabei zwischen monatlicher und jährlicher Abrechnung um.
Belegbar ist alles andere – und das reicht für eine Kalkulation. Gamma rechnet in Credits, einer Verbrauchswährung für KI-Aktionen. Davon getrennt sind Tokens: Sie legen fest, wie viel Input eine einzelne Erstgenerierung verarbeiten kann (Free bis 50.000, Plus und Pro bis 100.000). Was eine Aktion an Credits kostet, sagt Gamma bewusst nicht pauschal: Der Verbrauch „varies based on the action, AI model, and complexity of generation", der Preis wird vor der Generierung angezeigt. Der einzige harte Anhaltspunkt steht in der API-Dokumentation, wo eine Beispielgenerierung mit 15 Credits abgerechnet wird – ein Beispielwert, kein Tarif.
| Tarif | Credits | Wichtigste belegte Grenzen | Preis |
|---|---|---|---|
| Free | 400 einmalig, „Credits do not refresh" | max. 10 Folien je Prompt, Gamma-Logo im Export, Übersetzung nur Folie für Folie | 0, keine Kreditkarte nötig |
| Plus | 1.000 im Monat | bis 75 Folien je Prompt, Branding entfernbar, „Advanced AI image models" | nicht belegbar – bitte prüfen |
| Pro | 4.000 im Monat | volle Analytics, Ganzdokument-Übersetzung, eigenes Branding und Schriften, API, bis 10 eigene Domains | nicht belegbar – bitte prüfen |
| Ultra | 20.000 im Monat | fortschrittlichste Modelle für Text, Bild und Video, bis 100 eigene Domains | nicht belegbar – bitte prüfen |
| Business | 6.000 je Mitglied und Monat | SSO, 100 eigene Domains, SOC-2-Dokumentation auf Anfrage, Trainings-Opt-out fest verankert | 40 USD je Mitglied und Monat, jährliche Abrechnung |
| Enterprise | individuell | SCIM-Provisionierung, Audit-Logs, zentrale Kontrollen, Rechnungszahlung | auf Anfrage |
Drei Regeln sollten Sie kennen, bevor Sie ein Team ausstatten. Erstens: Nicht verbrauchte Credits laufen über, aber höchstens bis zum Doppelten des Plankontingents – aus 1.000 monatlichen Credits werden maximal 2.000 angesparte. Zweitens: Fehlen Credits, kaufen Sie 1.500 Credits für 6 US-Dollar nach, ausschließlich in diesen Schritten. Drittens, und das ist die teuerste Falle: Alle bezahlten Pläne rechnen pro aktivem Nutzer ab („Subscriptions are per user"), und wenn Sie ein Mitglied aus dem Workspace entfernen, sinkt die abgerechnete Sitzplatzzahl nicht automatisch. Sitze müssen unter Settings, Members, „Manage seats" manuell reduziert werden. Wer das nach einem Mitarbeiterwechsel vergisst, zahlt weiter. Der Jahresrabatt beträgt laut Hilfecenter 28 Prozent bei gleichem Credit-Kontingent; ein reines Monatsabo gibt es nur für Plus und Pro.
Was die Grafik zeigt: Gamma Business liegt mit 40 US-Dollar je Kopf am oberen Ende des Feldes, gleichauf mit Beautiful.ai Team und deutlich über Microsoft 365 Copilot als Add-on. Das relativiert die verbreitete Wahrnehmung, Gamma sei die günstige Lösung. Günstig ist der Einstieg für Einzelpersonen – die Team-Variante mit vertraglich abgesichertem Datenschutz ist es nicht.
Deutsch: Was dokumentiert ist – und was Sie selbst prüfen müssen
Die Oberfläche gibt es auf Deutsch. Gamma listet die verfügbaren Sprachen wörtlich auf, und „Deutsch" steht darin; es existiert außerdem eine deutsche Website unter gamma.app/de. Für die Generierung wirbt Gamma mit „content generation and prompts in 60+ languages, including Spanish, German, French, Portuguese, Japanese, and Korean". Sie können also auf Deutsch prompten und deutsche Inhalte erzeugen lassen.
Der Haken steckt in der Übersetzung bestehender Dokumente – und der ist an den Tarif gekoppelt. In Free und Plus übersetzen Sie „one slide at a time" über das Sparkle-Symbol der jeweiligen Karte. Erst Pro kann laut Hilfecenter „translate an entire gamma in one step". Wer ein englisches Konzern-Deck für den deutschen Vertrieb aufbereitet oder umgekehrt eine deutsche Angebotspräsentation für die Muttergesellschaft übersetzt, arbeitet unterhalb von Pro also Folie für Folie. Bei einem Deck mit 30 Karten ist das keine Kleinigkeit.
Was ich ausdrücklich nicht belegen kann, ist die sprachliche Qualität: ob die deutschen Texte idiomatisch klingen, ob Anglizismen stehen bleiben, wie Umlaute und Silbentrennung im PPTX-Export ankommen und ob Fachsprache aus Maschinenbau, Handwerk oder Steuerberatung sauber getroffen wird. Dazu gibt es keine Herstellerangabe. Meine Empfehlung: Nehmen Sie einen echten Text aus Ihrem Haus – eine Leistungsbeschreibung, keine Marketingfloskel – und lassen Sie ihn einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch verarbeiten. Der Vergleich beantwortet die Frage in zehn Minuten und ist aussagekräftiger als jeder Testbericht, meiner eingeschlossen.
Datenschutz: der Abschnitt, der die Entscheidung trägt
Im Mittelstand scheitern KI-Werkzeuge selten an der Funktion. Sie scheitern an der Frage, was mit dem Inhalt passiert, der da hochgeladen wird – und bei Angebotspräsentationen ist dieser Inhalt in der Regel geschäftskritisch. Die Faktenlage bei Gamma ist eindeutig und in beide Richtungen bemerkenswert.
Was für Gamma spricht. Es gibt ein öffentlich abrufbares Data Processing Addendum unter gamma.app/dpa. Es wird automatisch Vertragsbestandteil, eine gesonderte Unterschrift ist nicht nötig. Die DSGVO ist ausdrücklich benannt, und die EU-Standardvertragsklauseln sind per Verweis einbezogen. Gamma benennt einen EU-Vertreter nach Artikel 27 DSGVO – und der sitzt in Deutschland: DataRep, Altmarkt 10 B/D, 01067 Dresden. Betroffenenrechte können Sie also an eine deutsche Adresse richten. Die Übertragung läuft verschlüsselt, und der Business-Plan ergänzt SSO sowie SOC-2-Dokumentation auf Anfrage.
Was dagegen spricht. Gamma ist „based in the U.S.", und Nutzerdaten „will necessarily be accessed and processed in the U.S." – so steht es in der Datenschutzerklärung. Der Anhang 5 des DPA listet die zugelassenen Unterauftragnehmer, darunter Amazon Web Services, Google Cloud, OpenAI, Anthropic und Microsoft Azure. Alle neun Einträge tragen als Standort „United States". Eine EU-Datenresidenz wird auf keiner geprüften Gamma-Seite angeboten oder dokumentiert. Und die Unterauftragnehmer-Liste steckt im Vertragstext statt auf einer eigenen, versionierten Seite – das erschwert die Information über Änderungen, die Artikel 28 DSGVO vorsieht. Das ist meine Bewertung, keine Herstellerangabe.
Der wichtigste Handgriff im ganzen Test
In privaten und individuellen Workspaces ist die Standardeinstellung laut Gamma-Hilfecenter: „Data is allowed to be used to improve Gamma's AI features". Das Training mit Ihren Inhalten ist also standardmäßig aktiv und muss unter Account Settings, Data Controls abgeschaltet werden. In Team- und Business-Workspaces sind Inhalte dagegen „automatically excluded", und diese Einstellung ist „locked and cannot be changed". Wer in Gamma an Angeboten, Preislisten oder Kundenpräsentationen arbeitet, schaltet das Training entweder sofort ab – oder nutzt gleich einen Business-Workspace.
In der Datenschutzerklärung nennt Gamma die Nutzung personenbezogener Daten für „training our artificial intelligence models" ausdrücklich und behält sich vor, aggregierte und anonymisierte Daten an Dritte weiterzugeben. Zusammengefasst: Die formalen Bausteine für einen DSGVO-konformen Einsatz sind da, die Verarbeitung findet in den USA statt, eine EU-Datenresidenz gibt es nicht, und in den Einzelplänen ist das Training voreingestellt an. Für unkritische interne Unterlagen ist das vertretbar. Für Ausschreibungsunterlagen, Personaldaten oder Mandanteninformationen sollten Sie mindestens Business wählen und Ihre Datenschutzabteilung vorher einbinden.
Die Alternativen im Vergleich
Bevor die Tabelle kommt, ein Befund, der viele Vergleichslisten im Netz veraltet aussehen lässt: Tome ist kein Präsentationswerkzeug mehr. Die Startseite sagt es wörtlich – „Tome is now more than slides" und „Augment your sales team with AI". Das Produkt ist heute eine Vertriebs-KI für Interessentenrecherche und Deal-Beschleunigung, nach eigenen Angaben von über 10.000 Teams genutzt. Wenn Ihnen jemand Tome als Gamma-Alternative für Folien empfiehlt, arbeitet er mit Wissen von vorgestern.
| Werkzeug | Sitz | Einstiegspreis (belegt) | Stärke | Schwäche | Export | Datenschutz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gamma | USA | Free; Business 40 USD je Mitglied und Monat (jährlich) | Schnellster Weg vom Prompt zum vorzeigbaren Deck, über 100 Themes, Analytics, API | Listenpreise Plus/Pro/Ultra nicht öffentlich auslesbar; Analytics und Ganzdokument-Übersetzung erst ab Pro | PDF, PPTX, PNG, Google Slides (über PPTX), LinkedIn | DPA mit SCC, EU-Vertreter Dresden; USA-Verarbeitung, keine EU-Residenz, Training in Einzelplänen an |
| Canva | Australien (nicht aus der Preisseite belegt) | Free; Pro 110 € im Jahr; Business 170 € je Person und Jahr | Größte Vorlagen- und Asset-Bibliothek, voll auf Deutsch, im Mittelstand bereits verbreitet, Brand Kits | KI-Kontingente gedeckelt (Free bis 200 Standard- oder 20 Premium-Aufrufe); Präsentations-KI weniger aus einem Guss | PPTX, PDF und weitere | SSO und SCIM in Enterprise belegt; Serverstandort nicht belegt |
| Microsoft 365 Copilot | USA | 15,60 € je Nutzer und Monat (jährlich), 21,84 € monatlich | Arbeitet direkt in der vorhandenen PPTX-Datei, keine Formatbrüche, IT-seitig meist schon freigegeben | Teuerste Option pro Kopf, setzt Microsoft-365-Lizenz voraus, Designqualität hängt am Corporate Template | nativ PPTX, kein Export nötig | Stärkste Position: EU-Datengrenze für Speicherung und Verarbeitung ausgewiesen |
| Gemini in Google Slides | USA | nicht belegbar (Preisseite gibt nur Dollar-Werte clientseitig aus) | Gemini ist in den Workspace-Tarifen enthalten, kein Zusatz-Abo mehr nötig | In Business Starter ausdrücklich nicht enthalten, erst ab Business Standard | nativ Google Slides, PPTX- und PDF-Download | Datenresidenz nur in höheren Tarifen, nicht aus der geprüften Quelle belegt |
| Beautiful.ai | San Francisco, USA | Pro 14,50 USD im Monat (jährlich); Team 40 USD je Nutzer (2–20 Sitze) | „Smart Slides" mit über 300 Layouts, die sich automatisch neu anordnen – sehr konsistente Ergebnisse | Rigides Layoutsystem, wenig gestalterische Freiheit, kein kostenloser Tarif (nur 14 Tage Test mit Karte) | PPTX-Import und -Export sowie PDF in allen Plänen | Server in den USA; SCC-Vertrag nur „in our discretion"; GDPR-Zertifizierung nur für Enterprise ausgewiesen |
| Pitch | Pitch Software GmbH, Berlin | Free bis 5 Sitze; Plus 10 €; Team 15 €; Business 20 € je Monat | Deutscher Vertragspartner mit deutschem Impressum, großzügiger Free-Plan, Preise in Euro | KI ist Beiwerk: Free 100 Credits einmalig, Plus und Team 500 im Monat, Business 750 – deutlich weniger als Gamma | PDF in Free und Plus mit Branding; PPTX ohne Branding erst ab Team | Sitz Berlin, Verarbeitung „in the EU and the USA", SCC in den AV-Verträgen; Unterauftragnehmer nur auf Anfrage |
| Presentations.AI | Singapur | Starter kostenlos; Pro 20 USD im Monat; Gold 100 USD im Monat | Guter PowerPoint-Export, Tracking und Brand-Anpassung schon im Pro, unbranded öffentliche Links in allen Plänen | Credits zählen pro Jahr statt pro Monat (Starter nur 100), Marke im DACH-Raum kaum bekannt | PPTX und PDF in allen Plänen, Einbetten | SOC 2 Type II und GDPR-Badge, separater DPA; Daten können in die USA übermittelt werden |
| Decktopus | Palo Alto, USA | Jahresabo 9,99 USD im Monat; monatlich 24,99 USD | Günstigster Jahrespreis im Feld, 750 Credits im Monat entsprechen laut Anbieter rund 150 Folien | Kein dauerhaft kostenloser Tarif, Business-Preis erst nach Anmeldung sichtbar, kleinere Vorlagenauswahl | PDF, PPT und PNG in allen Plänen | Schwächste Lage: keine ausdrückliche DSGVO-Nennung, Daten „in any country or territory" der Dienstleister |
Ein Nebenbefund für preisbewusste Teams: Slidesgo aus Málaga gehört der spanischen Freepik Company und ist damit ein EU-Anbieter mit ausdrücklichem DSGVO-Bezug. Der Premium-Tarif kostet aktuell 3,00 US-Dollar im Monat als Aktionspreis (regulär 5,99), es gibt über 30.000 Vorlagen, 150 KI-Generierungen im Monat und PPTX-Download. Der kostenlose Tarif erlaubt drei KI-Präsentationen im Monat. Allerdings: eigene Bilder lassen sich laut Anbieter nicht hochladen. Slidesgo ist eine Vorlagenbibliothek mit KI-Aufsatz, kein direkter Gamma-Wettbewerber – aber die günstigste EU-Option im Feld.
Interessant ist auch, wie ungleich die Aufmerksamkeit verteilt ist. Gamma dominiert die deutsche Nachfrage klar: „gamma ai", „gamma app" und „gamma präsentation" kommen zusammen auf rund 95.000 Suchanfragen im Monatsdurchschnitt. Pitch – der deutsche Anbieter mit dem stärksten Datenschutzargument – kommt auf 110.
Bemerkenswert ist noch ein zweiter Wert aus denselben Daten: Das generische Keyword „ki präsentation erstellen" hat nur 3.600 Suchanfragen im Monat, aber HIGH competition und einen Klickpreis von 1,97 Euro – fast dreimal so viel wie das Markenkeyword „gamma ai" mit 0,69 Euro. Wer in diesem Markt Anzeigen schaltet, zahlt für die generische Nachfrage deutlich drauf. Die Marken-Suche ist längst der Haupttreiber.
Wann sich Gamma lohnt – und wann nicht
Nach allem, was belegbar ist, und aus meiner Sicht als Berater lässt sich das ziemlich klar trennen. Gamma ist ein hervorragender Erstentwurfsgenerator und ein mittelmäßiger Endfertiger.
| Dafür lohnt sich Gamma | Dafür eher nicht |
|---|---|
| Erstentwurf in Minuten: Aus einem Angebotstext oder einer Gliederung entsteht ein vollständiges Deck, das Sie danach kürzen und schärfen. Die leere Folie als Schreibblockade entfällt. | Der Pitch mit Markenanspruch: Wenn das Deck über einen Auftrag entscheidet und die Marke exakt sitzen muss, ist die Handarbeit in der eigenen Vorlage schneller als das Nachjustieren eines KI-Layouts. |
| Interne Decks: Quartalsupdates, Projektstände, Schulungsunterlagen. Hier zählt Tempo, nicht Perfektion – und der Datenschutz ist unkritischer. | Komplexe Datenfolien: Wasserfalldiagramme, verknüpfte Excel-Tabellen, mehrachsige Charts mit exakten Werten. Der Export bildet den Präsentationsmodus ab, nicht Ihre Rechenlogik. |
| Angebotspräsentationen: Standardstruktur, wechselnde Inhalte – und mit Pro sehen Sie in den Analytics, welche Folie der Interessent wirklich gelesen hat. | Streng gebrandete Vorlagen: Wo Corporate-Design-Vorgaben auf Millimeter festgelegt sind, arbeitet Copilot direkt in Ihrer PPTX – ohne den Umweg über einen Export. |
| Websites und One-Pager: Gamma veröffentlicht Inhalte direkt als gehostete Seite, mit Pro auf bis zu zehn eigenen Domains. | Sehr lange Dokumente: Ab etwa 150 Folien kann der Export laut Hersteller ganz fehlschlagen, ebenso bei vielen großen Bildern. |
In fünf Schritten zu einem brauchbaren Deck
- Zuerst den Datenschutz einstellen. Bevor Sie den ersten echten Inhalt einfügen: Account Settings, Data Controls öffnen und das KI-Training abschalten. In Einzel-Workspaces ist es voreingestellt an. In einem Team- oder Business-Workspace ist der Ausschluss fest verankert – dann entfällt der Schritt.
- Nicht generieren, sondern einfügen. Nutzen Sie „Paste" statt „Generate". Wer einen fertigen Angebotstext, eine Leistungsbeschreibung oder ein Protokoll einfügt, bekommt ein Deck mit den eigenen Fakten statt mit KI-Allgemeinplätzen. Der Weg über „Generate" lohnt nur, wenn Sie noch gar keine Struktur haben.
- Feste Folienhöhe wählen, wenn PowerPoint das Ziel ist. Die Karten sind standardmäßig in der Länge variabel. Wenn das Ergebnis später in eine PPTX-Datei soll, stellen Sie in der Seiteneinrichtung eine feste Höhe ein – sonst laufen Ihnen Inhalte aus dem Format.
- Theme und Marke früh festlegen. Ein Theme-Wechsel am Ende kostet Nacharbeit an jeder Karte. Eigene Schriften und Farben gibt es ab Pro („Custom branding & fonts"). Ohne diese Stufe akzeptieren Sie ein Gamma-Theme, das nicht Ihre Marke ist.
- Export testen, bevor Sie ihn brauchen. Exportieren Sie ein Testdeck nach PPTX und öffnen Sie es in PowerPoint: Sind die Textrahmen editierbar? Stimmen Schriften und Umlaute? Sitzen die Bilder? Diese fünf Minuten ersparen Ihnen die böse Überraschung eine Stunde vor dem Termin.
Ein sechster Punkt, der keiner Nummer bedarf: Rechnen Sie mit Nacharbeit. Ein KI-Deck ist ein Rohbau. Die Zahlen, die Reihenfolge der Argumente und der Schlusssatz kommen weiterhin von Ihnen – und genau das unterscheidet ein Angebot, das gewinnt, von einem, das nach Vorlage aussieht.
Häufige Fragen
Was ist Gamma AI?
Gamma ist eine KI-Design-Plattform aus den USA, die aus einem Stichwort, einem eingefügten Text oder einer hochgeladenen Datei ganze Präsentationen, Dokumente, Websites, Social-Media-Beiträge und Grafiken erzeugt. Der Hersteller nennt die drei Wege Generate, Paste und Import. Statt starrer Folien arbeitet Gamma mit Karten, deren Höhe mitwachsen kann; für den Export lässt sich eine feste Höhe erzwingen. Laut Anbieter stehen über 100 Themes und über 20 KI-Modelle zur Verfügung.
Ist Gamma kostenlos?
Es gibt einen kostenlosen Tarif ohne Kreditkarte, aber mit engen Grenzen: 400 Credits einmalig, und die laufen aus, denn Gamma schreibt wörtlich „Credits do not refresh". Pro Prompt sind höchstens 10 Folien möglich, und jeder Export trägt das Gamma-Logo. Nachkaufen können Sie 1.500 Credits für 6 US-Dollar, ausschließlich in 1.500er-Schritten. Für einen einzelnen Pitch reicht das, für regelmäßige Vertriebsarbeit nicht.
Kann man Gamma-Präsentationen nach PowerPoint exportieren?
Ja. Gamma exportiert nach PDF, PNG und PowerPoint (PPTX) und kann direkt auf LinkedIn veröffentlichen. Für Google Slides empfiehlt Gamma selbst den Umweg über die PPTX-Datei. Der Export funktioniert in allen Tarifen, aber nur zahlende Nutzer bekommen ihn ohne Wasserzeichen. Der Hersteller weist darauf hin, dass Exporte den Präsentationsmodus abbilden und bei etwa 150 Folien oder vielen großen Bildern ganz fehlschlagen können.
Wie gut ist Gamma auf Deutsch?
Die Oberfläche gibt es auf Deutsch, und für die Inhaltserstellung nennt Gamma über 60 Sprachen einschließlich Deutsch. Ein Detail mit Praxisfolgen: Bestehende Dokumente lassen sich in Free und Plus nur Folie für Folie übersetzen, erst Pro übersetzt ein ganzes Dokument in einem Schritt. Wie idiomatisch die deutschen Texte im Einzelfall ausfallen, sagt der Hersteller nicht; das müssen Sie an Ihren eigenen Themen prüfen.
Welche Alternativen zu Gamma gibt es?
Sieben Optionen mit unterschiedlichem Schwerpunkt: Microsoft 365 Copilot in PowerPoint (ab 15,60 Euro je Nutzer und Monat im Jahresabo, EU-Datengrenze), Gemini in Google Slides (erst ab Business Standard), Canva (Pro 110 Euro im Jahr), Pitch aus Berlin (kostenlos für bis zu fünf Sitze), Beautiful.ai (Pro 14,50 US-Dollar im Monat), Presentations.AI (Pro 20 US-Dollar) und Decktopus (9,99 US-Dollar im Jahresabo). Tome gehört nicht mehr dazu: Der Anbieter hat das Produkt zur Vertriebs-KI umgebaut.
Ist Gamma DSGVO-konform?
Gamma bringt die formalen Bausteine mit: ein öffentliches Data Processing Addendum, das automatisch Vertragsbestandteil wird, einbezogene EU-Standardvertragsklauseln, einen EU-Vertreter in Dresden sowie SSO und SOC-2-Dokumentation auf Anfrage im Business-Plan. Dem stehen drei Punkte gegenüber: Die Verarbeitung findet in den USA statt, alle neun im DPA gelisteten Unterauftragnehmer sitzen dort, und eine EU-Datenresidenz ist nicht dokumentiert. In Einzel-Workspaces ist das KI-Training an Ihren Inhalten außerdem standardmäßig eingeschaltet und muss aktiv abgeschaltet werden.
Für wen lohnt sich welcher Gamma-Tarif?
Free eignet sich zum Ausprobieren, Plus ist die Mindeststufe, sobald etwas nach außen geht, weil es das Gamma-Branding entfernt und auf 75 Folien je Prompt sowie 1.000 Credits hebt. Pro ist die eigentliche Vertriebsstufe: volle Analytics, Ganzdokument-Übersetzung, eigenes Branding, bis zu zehn Domains, API und 4.000 Credits. Business kostet 40 US-Dollar je Mitglied und Monat bei jährlicher Abrechnung und bringt 6.000 Credits, SSO und das fest verankerte Trainings-Opt-out. Achtung: Sitze werden beim Entfernen eines Mitglieds nicht automatisch reduziert.
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Im Live-Online-Workshop „KI im Marketing“ zeige ich in kleiner Gruppe, was KI im Marketing heute kann, was sich lohnt und was Sie ignorieren können – mit acht Quick Wins für Ihren Arbeitsalltag.
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Welche Aufgaben in Marketing, Vertrieb und Verwaltung lassen sich mit KI spürbar beschleunigen – und mit welchen Tools? In meiner KI-Beratung für den Mittelstand finden wir die passenden Anwendungsfälle, starten einen sauberen Pilot und nehmen Ihr Team mit – datenschutzkonform und im Einklang mit der KI-Verordnung.
Vorlagen, die Ihre Marke treffen – nicht die des Werkzeugs
Gamma spart Zeit beim Entwurf. Den Unterschied macht am Ende die Vorlage dahinter: Präsentations- und Angebotsvorlagen, in denen Ihre Schriften, Farben, Bildsprache und Argumentationslogik hinterlegt sind, sodass jeder Erstentwurf schon in Ihrem Design landet. Genau das setze ich mit Ihnen auf – inklusive Markenvorgaben, Prompt-Bausteinen für wiederkehrende Angebotstypen und einer sauberen Datenschutzeinstellung im Workspace.
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