ChatGPT kostet zwischen 0 $ und 200 $ pro Monat und Person, für Unternehmen beginnt es bei 20 $ pro Nutzer und Monat. Das klingt übersichtlich, ist es aber nicht: OpenAI führt inzwischen sieben Preisstufen, veröffentlicht für Deutschland keine Euro-Beträge und rechnet die API vollständig getrennt vom Abo ab. Dieser Beitrag stellt alle Preise mit Stand 4. September 2026 nebeneinander, rechnet drei Praxisfälle durch und sagt offen, welche Angaben OpenAI schlicht nicht veröffentlicht.
Die Preise auf einen Blick
OpenAI verkauft ChatGPT in zwei getrennten Welten: Abonnements für Menschen, die vor einer Oberfläche sitzen, und die API für Software, die Token verbraucht. Fangen wir mit den Abos an. Alle Beträge sind Listenpreise in US-Dollar, Stand 4. September 2026, entnommen der Business-Preisseite und den Hilfecenter-Artikeln von OpenAI.
| Plan | Preis / Monat | Mindestnutzer | Enthaltene Modelle | Dokumentierte Limits | Training auf Ihren Daten |
|---|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 1 | GPT-5.6 Luna (auch für „Think") | Unbegrenzte Textchats; 500 MB Library; Bild- und Upload-Limits nicht beziffert | Standardmäßig ja |
| Go | 8 $ (USA; laut OpenAI in manchen Märkten lokalisiert) | 1 | GPT-5.6 Luna, kein Sol | Unbegrenzte Textchats; „10× mehr" Nachrichten, Uploads und Bilder als Free; längeres Memory | Standardmäßig ja |
| Plus | 20 $ (kein Jahresabo verfügbar) | 1 | GPT-5.6 Sol (Medium und High) | Keine Zahlen veröffentlicht; OpenAI nennt nur „usage caps, especially during high demand" | Standardmäßig ja |
| Pro (kleine Stufe) | 100 $ | 1 | GPT-5.6 Sol in allen Stufen plus GPT-6 Pro | „5×" Plus-Nutzung; 50 Pro-Nachrichten pro Woche über beide Pro-Modelle | Standardmäßig ja |
| Pro (große Stufe) | 200 $ | 1 | GPT-5.6 Sol in allen Stufen plus GPT-6 Pro | „20×" Plus-Nutzung; 200 GPT-6-Pro-Nachrichten pro Woche, 170 Sol-Pro-Nachrichten pro Tag | Standardmäßig ja |
| Business Standard-Seat | 20 $ jährlich / 25 $ monatlich, je Nutzer | 2 Seats | GPT-6 Pro, GPT-6 Astra, GPT-5.6 Sol, Terra, Luna | 15 Pro-Nachrichten pro Monat; Sol 10–100 Nachrichten je 5-Stunden-Fenster | Nein |
| Business Premium-Seat | 100 $ jährlich / 125 $ monatlich, je Nutzer | 2 Seats (mischbar) | wie Standard | 50 Pro-Nachrichten pro Woche; Sol 50–500 je Fenster; kein 5-Stunden-Limit | Nein |
| Enterprise | individuell („Custom pricing") | nicht veröffentlicht | je Workspace freigeschaltet | Model Picker und Workspace-Einstellungen sind laut OpenAI maßgeblich | Nein |
| Edu | individuell, kein Preis veröffentlicht | nicht veröffentlicht | je Workspace freigeschaltet | nicht veröffentlicht | Nein |
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Der Preisunterschied zwischen dem günstigsten bezahlten Plan (8 $) und dem teuersten (200 $) beträgt Faktor 25 – bei einem Produkt, das für Außenstehende gleich aussieht. Zweitens: ChatGPT Business kostet bei Jahreszahlung genauso viel wie ein Plus-Abo, nämlich 20 $ pro Person und Monat. Das ist die vielleicht wichtigste Zahl dieses Beitrags, und ich komme weiter unten darauf zurück.
Wichtig vorweg: keine Euro-Preise, keine Steuerangabe
Bevor Sie mit diesen Zahlen kalkulieren, müssen Sie eine Einschränkung kennen, die in kaum einem deutschen Preisvergleich steht: OpenAI veröffentlicht keine Euro-Beträge für Deutschland und macht auf den öffentlich abrufbaren Seiten keine Angabe zur Umsatzsteuer. Das ist keine Vermutung, sondern das Ergebnis der Quellenprüfung für diesen Beitrag.
- Währung: OpenAI bestätigt, dass Euro als Abrechnungswährung für den Europäischen Wirtschaftsraum unterstützt wird, und begründet das mit „localized pricing to streamline checkout". Konkrete Euro-Beträge nennt keine öffentliche OpenAI-Seite. Der tatsächliche Preis erscheint erst im Checkout.
- Umsatzsteuer: Ob die genannten Beträge netto oder brutto zu verstehen sind, sagt OpenAI nicht. Im Hilfecenter finden sich Steuerartikel für Taiwan, Japan und die US-Sales-Tax, aber keiner für Deutschland oder die EU.
- Reverse Charge: Für Geschäftskunden mit gültiger USt-IdNr. ist das Reverse-Charge-Verfahren in der Praxis üblich, für Privatkunden in Deutschland kommen üblicherweise 19 % hinzu. Diese Aussage lässt sich nicht aus einer OpenAI-Quelle belegen – prüfen Sie den Betrag im Checkout und auf der ersten Rechnung, statt sich auf Faustregeln zu verlassen.
- Wechselkurs: Wer in Dollar abgerechnet wird, trägt zusätzlich das Wechselkursrisiko und je nach Karte eine Fremdwährungsgebühr. Für eine Jahresplanung sollten Sie deshalb nicht mit dem Tageskurs rechnen, sondern einen Puffer einplanen.
Was das für Ihre Kalkulation bedeutet
Rechnen Sie intern mit den Dollar-Listenpreisen als Basis und legen Sie einen Aufschlag für Wechselkurs und mögliche Steuer obendrauf. Ein 50-Personen-Workspace mit Standard-Seats kostet 12.000 $ im Jahr – das ist die belastbare Zahl. Was am Ende auf der Rechnung in Euro steht, kann davon abweichen und ist von OpenAI nicht vorab dokumentiert. Wer eine verbindliche Euro-Kalkulation braucht, sollte vor der Freigabe einen Testkauf machen oder bei größeren Volumina den Vertrieb um ein Angebot bitten.
Free, Go, Plus, Pro: was die Privatpläne unterscheidet
Der entscheidende Unterschied zwischen den Privatplänen ist nicht die Menge, sondern das Modell. Free und Go laufen beide auf GPT-5.6 Luna – auch dann, wenn Sie dort die Funktion „Think" einschalten. Erst mit Plus bekommen Sie GPT-5.6 Sol, das aktuelle Arbeitsmodell für Analyse, Code und komplexe Fachaufgaben. Der Sprung von 8 $ auf 20 $ ist deshalb kein Komfort-Upgrade, sondern ein Modellwechsel.
- Free (0 $): Unbegrenzte Textchats mit Luna, Websuche, Bildgenerierung, Datei-Upload in begrenztem Umfang, 500 MB Library. Für gelegentliche Recherche und Formulierungshilfe reicht das.
- Go (8 $): Laut OpenAI zehnmal mehr Nachrichten, Datei-Uploads und Bilder als Free, dazu längeres Memory und größeres Kontextfenster sowie eigene GPTs. Aber weiterhin kein GPT-5.6 Sol und kein Zugriff auf Legacy-Modelle.
- Plus (20 $): GPT-5.6 Sol in den Reasoning-Stufen Medium und High, Voice Mode, Projekte, Tasks, Deep Research nach Verfügbarkeit. Kein Jahresabo, ausschließlich Monatszahlung.
- Pro (100 $ und 200 $): Zusätzlich die Reasoning-Stufe Extra High und GPT-6 Pro. Die kleine Stufe erlaubt 50 Pro-Nachrichten pro Woche, die große 200 pro Woche plus 170 Sol-Pro-Nachrichten pro Tag bei einem kombinierten Tageslimit von 200.
Bei den Limits ist OpenAI unterschiedlich auskunftsfreudig. Für die Pro-Stufen und für ChatGPT Business gibt es harte Zahlen. Für Plus gibt es keine: Der Hilfeartikel spricht nur von „usage caps, especially during high demand" und davon, dass diese Grenzen je nach Systemauslastung schwanken. Auch für Bildgenerierung, Datei-Uploads, Datenanalyse und Deep Research nennt OpenAI je Plan keine Zahlen. Wer eine Planungssicherheit braucht, findet sie in den Privatplänen nicht.
Kein Support-Reset bei Limits
OpenAI stellt ausdrücklich klar: „OpenAI Support does not reset ChatGPT or Codex usage limits." Wenn Sie ein Nutzungslimit erreicht haben, hilft kein Ticket, sondern nur Warten bis zum automatischen Reset oder ein höherer Plan. Das ist ein Argument, in Teams lieber einen Premium-Seat zu setzen als zu hoffen.
Wie viel Sie aus einem Plan herausholen, hängt nebenbei stark davon ab, wie Sie fragen. Eine Sammlung erprobter Formulierungen habe ich in meinem Beitrag zu ChatGPT-Prompts zusammengestellt – gute Prompts sparen im Zweifel mehr Geld als der nächstgünstigere Tarif.
Business und Enterprise: was Unternehmen wirklich brauchen
Sobald mehr als eine Person im Unternehmen ChatGPT nutzt, ändert sich die Frage. Es geht nicht mehr um Nachrichtenlimits, sondern um vier Dinge: Training, Vertrag, Verwaltung und Datenresidenz.
Training. Das ist der härteste Unterschied zwischen Privat- und Geschäftsplänen. Für ChatGPT Business, Enterprise, Edu und die API-Plattform schreibt OpenAI ausdrücklich: „We do not train our models on your data by default." Die Consumer-Pläne Free, Go, Plus und Pro sind auf dieser Seite nicht aufgeführt – dort wird standardmäßig trainiert, ein Opt-out über die Datenkontrollen im Konto ist möglich. Wer Kundendaten, Angebote oder interne Unterlagen in ein privates Plus-Abo tippt, trifft damit eine Entscheidung, die er vermutlich nicht bewusst getroffen hat.
Vertrag und Aufbewahrung. Für ChatGPT Business, Enterprise und die API lässt sich ein Auftragsverarbeitungsvertrag (Data Processing Addendum) abschließen. Bei Business steuern Admins die Aufbewahrungsdauer, gelöschte Konversationen werden innerhalb von 30 Tagen entfernt. Bei der API liegt die Standardaufbewahrung bei bis zu 30 Tagen, für geeignete Endpunkte gibt es Zero Data Retention. Belegt ist außerdem eine SOC-2-Type-2-Zertifizierung. Eine ISO-27001-Zertifizierung wird auf der Enterprise-Privacy-Seite nicht genannt – ich behaupte sie deshalb hier auch nicht.
Verwaltung. Business bringt zentrale Abrechnung, eine Admin-Konsole, Nutzungsübersicht, SAML SSO mit MFA, Connectors zu Microsoft 365, Google Drive und Slack sowie Company Knowledge, ChatGPT Work, Codex und Agent Mode mit. Enterprise ergänzt SCIM-Provisionierung, Enterprise Key Management, rollenbasierte Zugriffssteuerung, erweiterte Kontextfenster und 24/7-Support mit SLA.
Datenresidenz. Hier liegt die Grenze, die viele erst spät bemerken: Die europäische Datenresidenz bietet OpenAI ausdrücklich für ChatGPT Enterprise, ChatGPT Edu und die API-Plattform an – nicht für ChatGPT Business. Für Enterprise nennt OpenAI „data residency across ten regions". Ob Deutschland dabei ein eigener Standort ist, geht aus den Quellen nicht hervor; belegt ist nur „Europe". Wenn Ihre Datenschutzabteilung auf Verarbeitung innerhalb der EU besteht, führt der Weg über Enterprise oder über die API mit europäischer Region – und die kostet laut Preisliste 10 % Aufschlag für Modelle ab dem 5. März 2026.
Ein Punkt, der in Budgetplanungen regelmäßig untergeht: Ein ChatGPT-Business-Abo enthält keine API-Nutzung. OpenAI formuliert das unmissverständlich: „API usage is billed separately." Wer Seats kauft und danach eine Automatisierung baut, zahlt zweimal.
Credits: das Modell mit der fehlenden Zahl
Für Business, Enterprise und Edu gibt es ergänzend ein Credit-System mit einer Rate Card: eine GPT-5.6-Sol-Nachricht kostet 10 Credits, eine Sol-Pro-Nachricht 50, eine Agent-Mode-Nachricht 30, ein Deep-Research-Task 50, ein generiertes Bild 5 und eine Minute Voice 5 Credits. Business-Credits sind workspace-weit gepoolt und zwölf Monate ab Kauf gültig, erstattungsfähig sind sie nicht. Was ein Credit in Dollar kostet, veröffentlicht OpenAI nicht. Ohne diesen Wert lässt sich das System nicht durchrechnen – fragen Sie den Preis pro Credit im Vertriebsgespräch explizit ab.
Die API: Preise pro Million Token
Die API rechnet nach Token ab, getrennt nach Input (was Sie hineingeben) und Output (was das Modell erzeugt). Seit 2026 unterscheidet OpenAI zusätzlich Short Context und Long Context: Ab einer bestimmten Kontextlänge greift der doppelte Tarif. Wo genau diese Schwelle liegt, beziffert die Preisseite nicht. Die folgenden Werte sind Standard-Verarbeitung, Short Context, in US-Dollar je 1 Mio. Token, abgerufen am 4. September 2026.
| Modell | Input | Cached Input | Output | Input (Long) | Output (Long) | Batch: Input / Output |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GPT-6 Astra | 10,00 $ | 1,00 $ | 50,00 $ | 20,00 $ | 75,00 $ | 5,00 $ / 25,00 $ |
| GPT-5.6 Sol | 4,00 $ | 0,40 $ | 20,00 $ | 8,00 $ | 30,00 $ | 2,00 $ / 10,00 $ |
| GPT-5.6 Terra | 2,00 $ | 0,20 $ | 12,00 $ | 4,00 $ | 18,00 $ | 1,00 $ / 6,00 $ |
| GPT-5.6 Luna | 0,20 $ | 0,02 $ | 1,20 $ | 0,40 $ | 1,80 $ | 0,10 $ / 0,60 $ |
| chat-latest | 5,00 $ | 0,50 $ | 30,00 $ | nicht separat ausgewiesen | ||
| GPT-5.3 Codex | 1,75 $ | 0,175 $ | 14,00 $ | Fast Mode: 3,50 $ / 28,00 $ | ||
| GPT-5-search-api | 1,25 $ | 0,125 $ | 10,00 $ | – | ||
| text-embedding-3-small | 0,02 $ | – | – | large: 0,13 $ | ||
Drei Hebel senken diese Preise, drei treiben sie hoch. Das ist der eigentliche Hebel jeder API-Kalkulation:
- Modellwahl: Der Wechsel von Sol auf Luna senkt die Token-Kosten um rund 95 %. Für Klassifizierung, Extraktion, Formatierung und einfache Zusammenfassungen ist das meist ohne Qualitätsverlust möglich.
- Batch API oder Flex: 50 % Rabatt, wenn die Antwort nicht sofort gebraucht wird. Beide Modi haben identische Preise.
- Prompt-Caching: Gecachter Input kostet nur 10 % des normalen Preises, bei Terra also 0,20 $ statt 2,00 $. Das lohnt sich immer, wenn ein langer System-Prompt oder eine Wissensbasis bei jedem Aufruf identisch mitgeschickt wird.
- Kostentreiber Fast Mode: Der frühere „Priority Processing" wurde am 30. Juli 2026 in Fast Mode umbenannt und kostet exakt das Doppelte. Für GPT-6 Astra ist er mit EU-Datenresidenz gar nicht verfügbar.
- Kostentreiber Long Context: Ebenfalls Faktor 2. Wer riesige Dokumente ungefiltert hineinkippt, zahlt doppelt für Kontext, den das Modell oft nicht braucht.
- Kostentreiber EU-Datenresidenz: 10 % Aufschlag für Modelle, die ab dem 5. März 2026 erschienen sind und für Datenresidenz infrage kommen.
Zwei Randnotizen, die Sie kennen sollten. Erstens: Der Preis von GPT-5.6 Sol ist ein Aktionspreis. OpenAI schreibt wörtlich, die Aktionspreise gälten „at least through November 21, 2026". Wer eine Kalkulation über zwölf Monate baut, sollte für Sol einen Aufschlag einplanen. Zweitens: Die früheren mini- und nano-Varianten sowie die o-Serie tauchen in der aktuellen Preisliste nicht mehr auf; die Rolle des günstigen Kleinmodells übernimmt heute GPT-5.6 Luna. Und die Fine-Tuning-Plattform wird eingestellt, neue Nutzer werden nicht mehr aufgenommen.
Drei Beispielrechnungen
Token-Preise werden erst greifbar, wenn man sie auf echte Aufgaben umlegt. Die folgenden drei Rechnungen nutzen die offiziellen Preise von OpenAI; die Token-Annahmen sind meine Schätzungen, keine offiziellen Zahlen. Als Näherung für deutschen Text arbeite ich mit rund 0,6 bis 0,7 Wörtern je Token – auch das ist eine Faustregel ohne offizielle Quelle.
Beispiel 1: 100 Blogartikel-Rohtexte
Annahme je Artikel: 1.500 Token Input für Briefing und Kontext, 2.000 Token Output, das entspricht ungefähr 1.300 bis 1.400 Wörtern. Für 100 Artikel sind das 0,15 Mio. Input- und 0,20 Mio. Output-Token.
GPT-5.6 Luna: 0,15 × 0,20 $ = 0,03 $ plus 0,20 × 1,20 $ = 0,24 $, macht 0,27 $. GPT-5.6 Terra: 0,30 $ plus 2,40 $ = 2,70 $, im Batch nur 1,35 $. GPT-5.6 Sol: 0,60 $ plus 4,00 $ = 4,60 $. GPT-6 Astra: 1,50 $ plus 10,00 $ = 11,50 $.
Ergebnis: 100 Rohtexte kosten je nach Modell zwischen 0,27 $ und 11,50 $ – weniger als ein einziger Monat ChatGPT Plus.
Beispiel 2: 1.000 Kundenservice-Anfragen im Monat
Annahme je Anfrage: 2.000 Token System-Prompt und Wissensbasis, die bei jedem Aufruf identisch sind und deshalb gecacht werden, 500 Token frischer Input und 300 Token Output. Für 1.000 Anfragen also 2,0 Mio. gecachte Token, 0,5 Mio. Input-Token und 0,3 Mio. Output-Token.
GPT-5.6 Luna: 0,04 $ plus 0,10 $ plus 0,36 $ = 0,50 $. GPT-5.6 Terra: 0,40 $ plus 1,00 $ plus 3,60 $ = 5,00 $. GPT-5.6 Sol: 0,80 $ plus 2,00 $ plus 6,00 $ = 8,80 $.
Ohne Prompt-Caching würden alle 2.500 Token je Anfrage als frischer Input zählen. Terra käme dann auf 2,5 × 2,00 $ plus 3,60 $ = 8,60 $ statt 5,00 $. Caching spart hier rund 42 %. Mit EU-Datenresidenz kommen 10 % obendrauf: Terra läge bei 5,50 $.
Beispiel 3: 500 Dokumente zusammenfassen
Annahme je Dokument: 8.000 Token Input, also ungefähr 12 bis 15 Seiten, und 600 Token Output. Für 500 Dokumente sind das 4,0 Mio. Input- und 0,3 Mio. Output-Token.
GPT-5.6 Luna: 0,80 $ plus 0,36 $ = 1,16 $, im Batch 0,58 $. GPT-5.6 Terra: 8,00 $ plus 3,60 $ = 11,60 $, im Batch 5,80 $. GPT-5.6 Sol: 16,00 $ plus 6,00 $ = 22,00 $.
Bei input-lastigen Aufgaben dominiert der Input-Preis. Der Wechsel von Sol auf Luna senkt die Kosten hier um rund 95 %, die Batch-API halbiert sie zusätzlich. Zum Vergleich: 10 Mio. Token Firmendokumente für eine Wissensdatenbank zu indexieren kostet mit text-embedding-3-small 0,20 $, mit der large-Variante 1,30 $.
Abo oder API? Die Break-even-Überlegung
Die Frage wird meistens falsch gestellt. Abo und API sind keine Alternativen, sondern zwei getrennte Produkte mit getrennter Abrechnung. Die sinnvolle Frage lautet: Sitzt bei dieser Aufgabe ein Mensch vor dem Bildschirm oder nicht?
Trotzdem lohnt die Rechnung, weil sie zeigt, wofür man beim Abo eigentlich bezahlt. Ein Plus-Abo kostet 20 $ im Monat. Wofür reichen 20 $ in der API?
| Modell | 20 $ als reine Output-Token | ungefähr in Wörtern | 20 $ als reine Input-Token |
|---|---|---|---|
| GPT-5.6 Luna | 16,7 Mio. Token | 10 bis 11 Mio. Wörter | 100 Mio. Token |
| GPT-5.6 Terra | 1,67 Mio. Token | 1,0 bis 1,2 Mio. Wörter | 10 Mio. Token |
| GPT-5.6 Sol | 1,0 Mio. Token | 600.000 bis 700.000 Wörter | 5 Mio. Token |
Ein sehr intensiver Einzelnutzer erzeugt vielleicht 200.000 bis 400.000 Output-Token im Monat. Selbst mit dem teuren Sol-Modell wären das 4 bis 8 $ über die API – also deutlich unter dem Plus-Preis. Rein rechnerisch ist die API für Einzelnutzer fast immer günstiger. Das Abo bezahlen Sie für die Oberfläche, das Memory, Projekte, Connectors, Dateiablage und die mobilen Apps. All das müssten Sie bei der API selbst bauen.
In die andere Richtung gilt: Ein Kundenservice-Bot mit 1.000 Anfragen im Monat kostet über die API mit Terra 5,00 $. Ein Business-Seat kostet 20 bis 25 $ und könnte diese Aufgabe gar nicht automatisiert erledigen. Erst bei etwa 4.000 bis 5.000 automatisierten Terra-Anfragen pro Monat erreicht die API das Kostenniveau eines einzelnen Seats – und leistet dann etwas, das ein Seat prinzipiell nicht kann.
Meine Praxisregel
Abo für Menschen, API für Maschinen. Fast jedes Unternehmen braucht beides: Business-Seats für die Mitarbeitenden und ein API-Budget für die Automatisierung. Wer nur Seats kauft, automatisiert nichts. Wer nur die API bucht, hat keine Oberfläche für die Belegschaft. Und weil beides getrennt abgerechnet wird, gehören auch zwei Budgetposten in die Planung.
Welcher Plan für wen
| Situation | Empfehlung | Kosten pro Monat | Begründung |
|---|---|---|---|
| Einzelperson, gelegentliche Nutzung | Free oder Go | 0 $ / 8 $ | Unbegrenzte Textchats mit Luna. Go bringt zehnfache Uploads, Bilder und Nachrichten sowie längeres Memory, aber kein Sol. |
| Solo-Selbstständige, tägliche Arbeit | Plus | 20 $ | Erste Stufe mit GPT-5.6 Sol. Die eigentliche Schwelle zum Arbeitsmodell. Achtung: standardmäßig Training auf Ihren Daten. |
| Solo, Codex und Deep Research täglich | Pro (kleine Stufe) | 100 $ | Fünffache Plus-Nutzung, GPT-6 Pro mit 50 Nachrichten pro Woche. |
| Fünf-Personen-Team | Business, 5 Standard-Seats, Jahreszahlung | 100 $ (1.200 $/Jahr) | Gleicher Preis wie fünf Plus-Abos, aber kein Training, zentrale Abrechnung, Admin-Kontrolle, SSO, AV-Vertrag. Monatszahlung kostet 125 $, also 300 $ mehr im Jahr. |
| Fünf Personen, eine davon Power-User | 4 Standard + 1 Premium, jährlich | 180 $ | Premium hebt das Pro-Limit von 15 Nachrichten im Monat auf 50 pro Woche und entfernt das 5-Stunden-Fenster. |
| 50 Mitarbeitende | Business, 50 Standard-Seats, jährlich | 1.000 $ (12.000 $/Jahr) | Monatszahlung kostet 15.000 $ im Jahr, die Jahreszahlung spart 3.000 $. Realistischer Mix aus 40 Standard und 10 Premium: 1.800 $ im Monat. |
| Compliance-Anforderungen, EU-Datenhaltung | Enterprise oder API mit EU-Region | individuell (+10 % bei API-Datenresidenz) | Datenresidenz in Europa gibt es nur für Enterprise, Edu und die API – nicht für Business. |
Zwei Fallstricke aus der Praxis. Erstens das Standard-Seat-Limit von 15 Pro-Nachrichten pro Monat: Wer regelmäßig GPT-6 Pro braucht, ist damit unterversorgt und wird das nach zwei Wochen merken. Zweitens die Mindestgröße: Ein Business-Workspace verlangt mindestens zwei bezahlte Seats, in beliebiger Kombination aus Standard und Premium. Für Einzelunternehmer ohne Angestellte ist Business damit faktisch verschlossen, obwohl gerade sie die Datenschutzvorteile bräuchten.
Ab etwa 50 Personen lohnt das Gespräch mit dem Vertrieb ohnehin. Enterprise bringt neben Datenresidenz und SCIM auch flexible Credit-Pools auf Vertragsebene; zusätzliche Seats werden laut OpenAI „generally reconciled through quarterly true-ups", also typischerweise vierteljährlich nachverrechnet.
Preisvergleich mit Claude, Gemini, Copilot und Le Chat
Alle folgenden Angaben sind Listenpreise in US-Dollar, abgerufen am 4. September 2026. Bei Mistral lässt sich die Preisseite auf Euro und auf Preise inklusive Steuern umschalten; Anthropic weist ausdrücklich aus, dass die gezeigten Preise keine Steuern enthalten. OpenAI macht keine vergleichbare Angabe – für einen deutschen Einkauf ist das ein echter Unterschied.
| Anbieter | Kostenlos | Einstieg privat | Nächste Stufe | Business je Nutzer/Monat |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT (OpenAI) | 0 $ | Go 8 $ (USA) | Plus 20 $, Pro 100 $ / 200 $ | 20 $ jährlich / 25 $ monatlich; Premium 100 $ / 125 $; ab 2 Seats |
| Claude (Anthropic) | 0 $ | Pro 17 $ im Jahresabo (200 $ im Voraus) bzw. 20 $ monatlich | Max ab 100 $; Preis der 20×-Stufe nicht beziffert | Team 20 $ jährlich / 25 $ monatlich; Premium 100 $ / 125 $; 2 bis 150 Personen |
| Google Gemini | 0 $ | Google AI Plus 4,99 $ | AI Pro 19,99 $, AI Ultra ab 99,99 $ (Option 199,99 $) | über Workspace-Tarife, auf der Consumer-Seite nicht beziffert |
| Microsoft 365 Copilot | Copilot in Windows und Edge | kein eigenständiges Consumer-Abo auf der Business-Seite ausgewiesen | – | 18,00 $ jährlich (statt 21,00 $) / 25,20 $ monatlich, als Add-on zu Microsoft 365 |
| Le Chat / Mistral („Vibe") | 0 $, inkl. 10 $ API-Credits im Monat | Pro 14,99 $ zzgl. Steuern, inkl. 30 $ API-Credits | – | Team 24,99 $, Mindestumsatz 50 $ im Monat |
Das auffälligste Ergebnis: ChatGPT Business und Claude Team haben identische Listenpreise – 20 $ jährlich, 25 $ monatlich, Premium-Seats 100 $ und 125 $, Minimum zwei Seats. Die Entscheidung fällt damit nicht über den Preis, sondern über Modellqualität, Integrationen und Vertragsdetails. Wie sich die Anthropic-Preise im Detail zusammensetzen, habe ich im Beitrag zu den Claude-Kosten aufgeschlüsselt. Microsoft 365 Copilot wirkt mit 18 $ günstiger, setzt aber ein bestehendes Microsoft-365-Abo voraus – es ist ein Add-on, kein eigenständiges Produkt. Und Claude Enterprise ist mit 20 $ je Seat plus Nutzung zu API-Preisen das einzige Modell mit strikt nutzungsbasierter Abrechnung.
Lesetipp: Werbung in ChatGPT
Anzeigen sehen nur Nutzer der Tarife Free und Go. Wie Sie als Unternehmen Werbung in ChatGPT schalten, was ein Klick kostet und welches Targeting in Deutschland funktioniert, zeigt meine Anleitung mit Screenshots aus dem OpenAI Ads Manager. Wenn Sie den Kanal nicht selbst aufsetzen möchten: Als ChatGPT Ads Freelancer übernehme ich Eignungscheck, Setup und den vierwöchigen Test.
Häufige Fragen
Was kostet ChatGPT?
Die kostenlose Version kostet 0 $. Bezahlte Privatpläne beginnen mit ChatGPT Go bei 8 $ pro Monat (Preis für die USA, laut OpenAI in manchen Märkten lokalisiert), darüber liegen Plus mit 20 $ und Pro mit 100 $ beziehungsweise 200 $ pro Monat. Für Unternehmen kostet ChatGPT Business 20 $ pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, 25 $ bei Monatszahlung; Premium-Seats liegen bei 100 $ beziehungsweise 125 $. Enterprise und Edu haben individuelle Preise über den Vertrieb. Stand: 4. September 2026.
Lohnt sich ChatGPT Plus für 20 $ im Monat?
Für alle, die täglich mit KI arbeiten, ja, und zwar aus einem konkreten Grund: Plus ist die erste Stufe mit Zugriff auf GPT-5.6 Sol, das aktuelle Reasoning-Modell. Free und Go laufen auf GPT-5.6 Luna, auch die Funktion Think nutzt dort Luna. Wer nur gelegentlich Texte formuliert, kommt mit Free oder Go für 8 $ aus. Rein rechnerisch wäre die API meist günstiger, denn bei Plus bezahlen Sie die Oberfläche, das Memory und die Apps, nicht die Rechenleistung.
Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT Plus und Pro?
Erstens die Modelle: Plus bietet GPT-5.6 Sol in den Reasoning-Stufen Medium und High, Pro schaltet zusätzlich Extra High und GPT-6 Pro frei. Zweitens die Menge: OpenAI beschreibt die 100-Dollar-Stufe mit fünffacher, die 200-Dollar-Stufe mit zwanzigfacher Plus-Nutzung. Die große Stufe erlaubt 200 GPT-6-Pro-Nachrichten pro Woche, die kleine deckelt bei 50 pro Woche über beide Pro-Modelle hinweg. Drittens der Preis: Pro kostet das Fünf- bis Zehnfache von Plus.
Ist ChatGPT Business DSGVO-konform?
ChatGPT Business bringt die wichtigsten Bausteine mit: OpenAI trainiert standardmäßig nicht auf Workspace-Daten, ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist abschließbar, es gibt SOC 2 Type 2, Admins steuern die Aufbewahrung und gelöschte Konversationen werden innerhalb von 30 Tagen entfernt. Die Konformität hängt aber immer auch von Ihrem Einsatzszenario ab, also von Verarbeitungsverzeichnis, Rechtsgrundlage und gegebenenfalls Datenschutz-Folgenabschätzung. Wichtig: Datenresidenz in Europa bietet OpenAI ausdrücklich nur für Enterprise, Edu und die API-Plattform an, nicht für Business.
Kann ich ChatGPT monatlich kündigen?
Ja. ChatGPT Plus wird ausschließlich monatlich abgerechnet, ein Jahresabo gibt es dafür nicht. Bei ChatGPT Business wählen Sie zwischen Monats- und Jahreszahlung, die Jahreszahlung ist 20 Prozent günstiger, bindet aber zwölf Monate. OpenAI empfiehlt, mindestens 24 Stunden vor dem nächsten Abrechnungsdatum zu kündigen. Bezahlte Funktionen bleiben bis zum Ende der laufenden Periode nutzbar, bereits gezahlte Beträge werden nicht automatisch erstattet. Wer über App Store oder Google Play gekauft hat, kündigt dort.
Was kostet die OpenAI-API im Vergleich zum Abo?
Die API wird nach Verbrauch in Token abgerechnet. GPT-5.6 Luna kostet 0,20 $ je Million Input-Token und 1,20 $ je Million Output-Token, GPT-5.6 Terra 2,00 $ und 12,00 $, GPT-5.6 Sol 4,00 $ und 20,00 $, GPT-6 Astra 10,00 $ und 50,00 $. Konkret: 100 Blogartikel-Rohtexte kosten mit Terra rund 2,70 $, 1.000 Kundenservice-Antworten mit gecachtem System-Prompt rund 5,00 $. Die API enthält aber keine Oberfläche, und ein ChatGPT-Business-Abo enthält keine API-Nutzung.
ChatGPT Business oder mehrere Plus-Abos für ein kleines Team?
Rechnerisch nehmen sich beide nichts: Fünf Plus-Abos kosten 100 $ im Monat, fünf Business-Standard-Seats bei Jahreszahlung ebenfalls 100 $. Bei gleichem Preis bekommen Sie mit Business aber kein Training auf Ihren Daten, zentrale Abrechnung, Admin-Kontrolle, SAML SSO mit MFA, Connectors und einen abschließbaren AV-Vertrag. Ein Business-Workspace braucht mindestens zwei bezahlte Seats. Standard- und Premium-Seats lassen sich mischen. Für jedes Team ab zwei Personen ist Business daher praktisch immer die bessere Wahl.
Stand und Pflege dieses Beitrags
Alle Preise haben den Stand 4. September 2026 und sind Listenpreise in US-Dollar. OpenAI hat allein 2026 mehrfach umbenannt und umgestellt: „Priority Processing" wurde am 30. Juli 2026 zu „Fast Mode", der Sol-Preis ist bis mindestens 21. November 2026 ein Aktionspreis, die Fine-Tuning-Plattform wird eingestellt und die mini- und nano-Modelle sind aus der Preisliste verschwunden. Ich prüfe diesen Beitrag quartalsweise und aktualisiere die Tabellen. Verbindlich ist immer der Preis, den OpenAI Ihnen im Checkout oder im Angebot nennt.
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Preise sind der einfache Teil
Die schwierige Entscheidung ist nicht, ob 20 $ oder 25 $ pro Person. Sie lautet: Welche Aufgaben gehören in ein Abo, welche in eine Automatisierung, wer bekommt welchen Seat, und was darf überhaupt hineingetippt werden. Genau das mache ich für Unternehmen und Selbstständige: Tool-Auswahl anhand Ihrer echten Anwendungsfälle, eine verständliche KI-Richtlinie für die Belegschaft und Schulungen, nach denen die Lizenzen auch genutzt werden.
Wenn Sie wissen wollen, welche Kombination aus Abo und API für Ihr Unternehmen die richtige ist, lassen Sie uns eine halbe Stunde darüber sprechen.







