Das Suchvolumen für „sora" ist in Deutschland von 450.000 Anfragen im Oktober 2025 auf 27.100 im Juli 2026 gefallen – minus 94 Prozent. OpenAI hat die Web- und App-Version am 26. April 2026 abgeschaltet, die Schnittstelle folgt am 24. September 2026. Wer heute ein KI-Video erstellen will, startet neu. Ich habe zwölf Generatoren geprüft, die Credit-Systeme auf einen Zehn-Sekunden-Clip umgerechnet und die Rechtslage seit dem 2. August 2026 eingeordnet. Stand aller Angaben: 5. September 2026.
Sora ist weg – was das für den Markt bedeutet
Im Oktober 2025 suchten in Deutschland 450.000 Menschen nach „sora". Zehn Monate später sind es 27.100. Dazwischen liegt eine Abkündigung in zwei Stufen: Web- und App-Version am 26. April 2026 abgeschaltet, die Schnittstelle folgt am 24. September 2026. Wer noch Videos im Konto hat, sollte sie über die Export-Seite sichern – danach löscht OpenAI nach eigener Angabe alle zugehörigen Daten; gekaufte Guthaben bleiben für andere Dienste nutzbar. Als Grund nennt OpenAI den Schwenk zu Programmierwerkzeugen und Geschäftskunden. Parallel hatte sich Disney aus der Partnerschaft zurückgezogen.
Das Diagramm ist die eigentliche Nachricht. Die petrolfarbene Linie stürzt ab, die orangefarbene bleibt flach: „ki video erstellen" pendelt seit einem Jahr stabil zwischen 22.200 und 33.100 Anfragen pro Monat. Der Bedarf ist nicht verschwunden, nur die Marke.
Wer die Lücke füllt, zeigen die Nebendaten: „kling ai" wächst von 40.500 auf 74.000 Anfragen pro Monat – der einzige Anbietername mit steigender Nachfrage. „ki videos erstellen kostenlos" legt von 8.100 auf 12.100 zu. Der Markt sucht günstiger und markenoffener als vor einem Jahr.
Zur Methodik
Alle Preise stammen von den Anbieterseiten, sind in US-Dollar ausgewiesen und meist ohne deutsche Umsatzsteuer. Ich rechne bewusst nicht in Euro um: Der Kurs schwankt täglich, und mehrere Anbieter zeichnen die Währung auf der Preiskarte nicht aus. Wo Anbieter und Sekundärquellen sich widersprechen, nenne ich beide Werte.
Die 12 Generatoren im Steckbrief
Zwölf Werkzeuge, geprüft an den Produkt- und Preisseiten. Sora ist bewusst nicht dabei. Wo ein Anbieter etwas nicht veröffentlicht, steht das hier auch so.
| Werkzeug | Anbieter | Modell 2026 | Max. Clip-Länge | Auflösung | Ton |
|---|---|---|---|---|---|
| Veo 3.1 | Google DeepMind | Veo 3.1 | 8 Sek. je Durchgang (Verlängerung möglich) | 1080p und 4K | Ja, nativ |
| Runway | Runway AI, USA | Gen-4.5 | 5 oder 10 Sek. | 1280 × 720; HDR/ProRes nur im Max-Tarif | keine Anbieterangabe |
| Kling AI | Kuaishou, China | Kling VIDEO 3.0 | nicht veröffentlicht | 720p, 1080p, 4K | Ja, nativ |
| Luma AI | Luma AI, USA | Ray3.14 | 10 Sek.; „Modify" 18 Sek.; Extension ca. 30 Sek. | 1080p nativ, HDR, 4K per Upscaling | Nein |
| Pika | Pika Labs, USA | Pika 2.5 | 5–25 Sek. je nach Funktion | Gratis 480p, bezahlt bis 1080p | keine Anbieterangabe |
| Hailuo AI | MiniMax, China | MiniMax H3 | 5–15 Sek. | bis 1440p | Ja |
| Krea AI | Krea AI | Aggregator ohne eigenes Modell | richtet sich nach dem gewählten Fremdmodell (Veo, Kling, Runway, Wan, Hailuo, Seedance) | ||
| InVideo AI | InVideo | Aggregator, über 200 Modelle | keine Angabe | keine Angabe | Ja, KI-Stimmen und Voice-Clones |
| Canva AI | Canva | nicht öffentlich benannt | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe |
| CapCut | ByteDance, China | nicht benannt (Editor mit KI) | keine Angabe | Free 1080p, Pro 4K/HDR 60 fps | KI-Audiowerkzeuge |
| HeyGen | HeyGen | Avatar-Plattform | Free 1 Min., Creator/Pro 30 Min., Business 60 Min. | 1080p, Pro 4K | Ja, über 175 Sprachen |
| Synthesia | Synthesia, UK | Avatar-Plattform | über Minutenkontingent: 10–30 Min./Monat | keine Angabe | Ja, über 160 Sprachen |
1. Google Veo 3.1
Die Referenz für kurze Clips: Als einziges Modell verbindet Veo 4K mit nativ erzeugtem Ton. Der Einstieg kostet 4,99 US-Dollar im Monat (Google AI Plus, 200 Flow-Credits), Pro 19,99, Ultra ab 99,99. Zu Wasserzeichen und kommerziellen Rechten schweigt die Modellseite; SynthID hat Google im Mai 2026 zwar bestätigt, aber nicht auf der Veo-Seite ausgewiesen.
2. Runway Gen-4.5
Bild-zu-Video ist hier Pflicht: „An input image is mandatory". Das macht Runway zur ersten Wahl, wenn ein vorhandenes Produktfoto in Bewegung soll. Gratis gibt es 125 einmalige Credits, kein monatliches Kontingent. Standard kostet 12 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung; 625 Credits entsprechen laut Anbieter 52 Sekunden Gen-4.5. Wasserzeichen entfallen ab Standard, zu kommerziellen Rechten steht nichts auf der Preisseite.
3. Kling AI (Kling 3.0)
Der einzige Anbietername mit wachsender Nachfrage in Deutschland – zu Recht: 4K und nativer Ton zu einem Bruchteil der Veo-Kosten. Die maximale Clip-Länge veröffentlicht Kuaishou allerdings nicht. Gratis sind nach Sekundärquelle 66 Credits pro Tag mit Verfall nach 24 Stunden. Beim Preis widersprechen sich die Quellen: Der Kling-Blog nennt 6,99 US-Dollar für Standard mit 660 Credits, eine Sekundärquelle 10 US-Dollar bei gleicher Menge – ich rechne konservativ mit 10. Zu Wasserzeichen und kommerziellen Rechten liegt keine belastbare Angabe vor.
4. Luma AI (Dream Machine, Ray3.14)
Luma erzeugt keinen Ton und verweist ausdrücklich auf separate Audiowerkzeuge. Dafür ist die Bildseite stark: 1080p nativ, HDR, 4K per Upscaling. Einen Gratis-Tarif gibt es nicht, der Einstieg liegt bei 30 US-Dollar im Monat (25 jährlich) für 10.000 Credits. Die kommerzielle Nutzung ist für alle Individual-Tarife ausdrücklich erlaubt – eine der klarsten Aussagen im Testfeld.
5. Pika 2.5
Bis 25 Sekunden je Clip, aber mit einer Falle: Der Basic-Tarif für 8 US-Dollar entfernt zwar das Wasserzeichen, bleibt aber auf 480p begrenzt und ist für Anzeigen unbrauchbar. Praxistauglich wird es erst mit Standard für 28 US-Dollar. Kommerzielle Nutzung ab allen bezahlten Tarifen – und als einziger Anbieter überträgt Pika ungenutzte Credits in den Folgemonat.
6. Hailuo AI / MiniMax H3
Der Preisbrecher: 0,047 bis 0,126 US-Dollar pro Sekunde, je nach Tarif und Auflösung. Der Einstieg soll bei 10,50 US-Dollar für 1.000 Credits liegen; die Quelle rät, die Währung an der Kasse zu prüfen. Nutzer behalten die kommerziellen Rechte an heruntergeladenen Inhalten, der Anbieter behält sich eigene betriebliche und werbliche Lizenzen vor. Pluspunkt: Fehlversuche werden automatisch erstattet.
7. Krea AI
Kein eigenes Modell, sondern ein Aggregator: Veo, Kling, Wan, Hailuo, Seedance und Runway unter einer Rechnung. Gratis sind 100 Compute Units pro Tag – ohne kommerzielle Rechte. Basic für 5,25 US-Dollar gibt nur ausgewählte Videomodelle frei, alle erst ab Pro für 21 US-Dollar. Kommerzielle Nutzung ab Basic; ab Business kommt eine Freistellung gegen IP-Ansprüche dazu.
8. InVideo AI
InVideo zielt nicht auf Einzelclips, sondern auf komplette Videos aus einem Prompt: Skript, Szenen und Voice-over in einem Durchgang. Der Einstieg liegt bei 17 US-Dollar im Monat für 750 Credits, einen Gratis-Tarif gibt es nicht. Alle bezahlten Tarife exportieren ohne Wasserzeichen; zu kommerziellen Rechten steht dort nichts. Ungenutzte Credits verfallen am Monatsende.
9. Canva (Canva AI)
Entscheidend ist die Kontingentlogik: Text-zu-Video zählt zur höchsten KI-Stufe, und die steht im Gratis-Tarif bei null. Kostenlos gibt es hier also keine KI-Videos. Canva Pro kostet laut Preisseite 180 US-Dollar im Jahr – eine Sekundärquelle nennt 144 – und enthält 20 Videogenerierungen pro Monat. Kommerzielle Rechte bestehen in Free und Pro. Wichtig: Jeder Fehlversuch zählt gegen das Kontingent, nach fünf Iterationen ist der Monat vorbei.
10. CapCut
Streng genommen kein Generator, sondern ein Schnittprogramm mit KI-Funktionen. Pro kostet nach Sekundärquelle 19,99 US-Dollar im Monat; die offizielle Preisseite war am 5. September 2026 nicht erreichbar. Wichtig für Unternehmen: Nach der geprüften Quelle räumen die Nutzungsbedingungen dem Anbieter eine dauerhafte, weltweite, gebührenfreie und unterlizenzierbare Lizenz an hochgeladenen Inhalten ein – wer vertrauliches Material hochlädt, sollte das im Original nachlesen.
11. HeyGen
Avatar-Videos statt generierter Szenen – damit spielt HeyGen in einer eigenen Klasse. Gratis sind 3 Videos pro Monat à einer Minute mit Wasserzeichen. Ab Creator für 29 US-Dollar (24 jährlich) laufen Videos bis 30 Minuten, ohne Wasserzeichen und kommerziell nutzbar. Wie das in der Praxis aussieht, habe ich im Beitrag zu HeyGen beschrieben.
12. Synthesia
Die Enterprise-Variante desselben Prinzips, begrenzt über ein Minutenkontingent; der Gratis-Tarif erlaubt keinen Download. Der Fallstrick: Der Starter-Tarif für 29 US-Dollar (18 jährlich) erlaubt zwar Download und kommerzielle Nutzung, trägt aber weiterhin das Synthesia-Wasserzeichen. Wasserzeichenfrei wird es erst ab Creator für 89 US-Dollar im Monat – der teuerste echte Einstieg im ganzen Feld.
Erwähnenswert: Seedance 2.5
ByteDance hat am 7. August 2026 Seedance 2.5 veröffentlicht. Das Modell erzeugt bis zu 30 Sekunden als eine durchgehende Einstellung – mehr als jeder andere Generator hier – allerdings nur in 480p oder 720p. Ton entsteht nativ mit, inklusive Lippensynchronität. Einen eigenen Konsumenten-Tarif gibt es nicht; der Zugang läuft über Schnittstellen oder über Krea und InVideo.
Die Bewertungsmatrix
Eine Vorbemerkung, die in Vergleichsartikeln meist fehlt: Die Sterne sind Einschätzungen aus den Herstellerspezifikationen, kein Blindtest. Bewertet habe ich Auflösung, Modellgeneration und Funktionsumfang. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte die zwei bis drei Kandidaten aus der engeren Wahl mit eigenem Material testen.
| Werkzeug | Bildqualität* | Bewegung* | Gratis-Kontingent | Preis ab | Wasserzeichen | Kommerzielle Rechte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Google Veo 3.1 | ★★★★★ | ★★★★★ | kein festes Videokontingent | 4,99 $/Mon. | keine Angabe | keine Angabe |
| Runway Gen-4.5 | ★★★★☆ | ★★★★★ | 125 Credits einmalig | 12 $/Mon. (jährl.) | entfällt ab Standard | keine Angabe |
| Kling 3.0 | ★★★★★ | ★★★★☆ | 66 Credits/Tag | 6,99–10 $/Mon. | keine Angabe | keine Angabe |
| Luma Ray3.14 | ★★★★☆ | ★★★★☆ | keins ausgewiesen | 25 $/Mon. (jährl.) | keine Angabe | Ja, alle Individual-Tarife |
| Pika 2.5 | ★★★☆☆ | ★★★☆☆ | 80 Credits/Mon., 480p | 8 $ (480p), 28 $ für 1080p | gratis ja, ab Basic nein | Ja, ab bezahlten Tarifen |
| Hailuo / MiniMax H3 | ★★★★☆ | ★★★★☆ | Free-Tarif, Menge unklar | ca. 10,50 $/Mon. | keine Angabe | Ja, mit Nebenlizenzen des Anbieters |
| Krea AI | modellabhängig | 100 Compute Units/Tag | 5,25 $; alle Modelle ab 21 $ | keine Angabe | Ab Basic ja, gratis nein | |
| InVideo AI | keine Angabe | keiner ausgewiesen | 17 $/Mon. | kein Wasserzeichen | keine Angabe | |
| Canva AI | keine Angabe | keine KI-Videos im Gratis-Tarif | 180 $/Jahr | keine Angabe | Ja, Free und Pro | |
| CapCut | ★★★☆☆ | Editor | Export bis 1080p | 19,99 $/Mon. | gratis teilweise | weitreichende Anbieterlizenz an Uploads |
| HeyGen | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | 3 Videos à 1 Min./Mon. | 24 $/Mon. (jährl.) | gratis ja, ab Creator nein | Ja ab Creator |
| Synthesia | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | 10 Min./Mon. ohne Download | 18 $/Mon. (jährl.) | bis Starter ja | Ja ab Starter |
* Redaktionelle Einschätzung aus den Spezifikationen. Zwei Muster fallen auf. Wer Ton braucht, hat drei ernsthafte Optionen – Veo, Kling und Hailuo; Runway und Luma erzwingen einen zweiten Arbeitsschritt im Audiowerkzeug. Und die Spalte „kommerzielle Rechte" ist erschreckend leer: Bei vier von zwölf Anbietern gibt es keine eindeutige Aussage. Für ein Unternehmen, das den Clip in eine bezahlte Kampagne gibt, ist das der wichtigste offene Punkt.
Was ein Zehn-Sekunden-Clip wirklich kostet
Credit-Systeme sind so gebaut, dass man den Preis nicht sieht. Also umgerechnet: Monatspreis geteilt durch Credits ergibt den Preis je Credit, multipliziert mit dem Verbrauch pro Sekunde ergibt den Preis je Clip. Gerechnet habe ich nur dort, wo der Anbieter beide Größen veröffentlicht.
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Weg zu zehn Sekunden liegt Faktor zwölf: 0,40 gegen 4,70 US-Dollar. Bei 50 Clips im Monat sind das rund 215 US-Dollar Unterschied – allein durch die Werkzeugwahl, bei gleichem Aufwand für Konzept und Schnitt.
| Werkzeug und Konfiguration | Rechenweg | 10 Sek. |
|---|---|---|
| Synthesia Starter (Avatar) | 29 $ ÷ 12 Min. = 2,42 $/Min. ÷ 6 | 0,40 $ |
| Hailuo H3, günstigster Tarif | 0,047 $/Sek. × 10 | 0,47 $ |
| Runway Gen-4 Turbo, Pro | 28 $ ÷ 2.250 Cr. × 5 Cr./Sek. × 10 | 0,62 $ |
| Canva Pro, je Generierung | 15 $/Mon. ÷ 20 Vorgänge | 0,75 $ |
| Kling 3.0, 720p ohne Ton, Standard | 10 $ ÷ 660 Cr. × 6 Cr./Sek. × 10 | 0,91 $ |
| Kling 3.0, 1080p ohne Ton, Standard | 10 $ ÷ 660 Cr. × 8 Cr./Sek. × 10 | 1,21 $ |
| Runway Gen-4.5, Pro-Abo | 28 $ ÷ 2.250 Cr. × 12 Cr./Sek. × 10 | 1,49 $ |
| Veo 3 Fast mit Audio, Vertex AI | 0,15 $/Sek. × 10 | 1,50 $ |
| Kling 3.0, 1080p mit Ton, Standard | 10 $ ÷ 660 Cr. × 12 Cr./Sek. × 10 | 1,82 $ |
| Seedance 2.5, OpenRouter | 0,2311 $/Sek. × 10 | 2,31 $ |
| Veo 3 mit Audio, Vertex AI | 0,40 $/Sek. × 10 (real: 8 Sek. für 3,20 $) | 4,00 $ |
| Kling 3.0, 4K, Standard | 10 $ ÷ 660 Cr. × 30 Cr./Sek. × 10 | 4,55 $ |
| Seedance 2.5, fal.ai, 720p | 0,47 $/Sek. × 10 | 4,70 $ |
Sechs Anbieter fehlen in dieser Rechnung, weil sie den Verbrauch pro Clip nicht veröffentlichen. Eine Schätzung wäre hier eine erfundene Zahl:
| Werkzeug | Bekannt | Was fehlt |
|---|---|---|
| Luma | Plus 30 $ = 10.000 Credits | Verbrauch je Generierung nirgends genannt – nicht berechenbar |
| Pika | Standard 28 $ = 700 Credits | „3 bis 80 Credits pro Video": Faktor 27, rechnerisch 0,12 bis 3,20 $ – als Aussage wertlos |
| Krea | Pro 21 $ = 20.000 Compute Units | Verbrauch je Videomodell nicht veröffentlicht – nicht berechenbar |
| InVideo | Plus 17 $ = 750 Credits | Verbrauch pro Video nicht auf der Preisseite – nicht berechenbar |
| HeyGen | Creator 29 $ = 600 Video-Credits | Umrechnung Credit in Minute nicht ausgewiesen – nicht berechenbar |
| CapCut | Pro 19,99 $/Mon. | KI-Credit-System nicht öffentlich beziffert – nicht berechenbar |
Die drei Kostenfallen
- Verworfene Generierungen kosten voll. Der Tabellenpreis gilt pro Versuch, nicht pro brauchbarem Clip. Drei bis fünf Anläufe sind realistisch, also mit dem Drei- bis Fünffachen rechnen. Bei Canva zählt jeder Fehlversuch gegen die 20 Vorgänge. Hailuo erstattet fehlgeschlagene Generierungen automatisch.
- Credits verfallen. Bei Kling und InVideo gibt es keinen Übertrag, bei Hailuo verfallen Abo-Credits nach 30 Tagen. Wer unregelmäßig produziert, verbrennt bezahltes Kontingent. Einzige Ausnahme im Feld: Pika.
- Der günstigste Tarif ist oft der unbrauchbare. Pika Basic kann nur 480p, Synthesia Starter trägt weiter das Wasserzeichen, Krea Basic gibt nur ausgewählte Modelle frei. Der ehrliche Einstiegspreis liegt bei allen drei deutlich höher.
„Kostenlos und ohne Anmeldung" – der ehrliche Abschnitt
„ki videos erstellen kostenlos" ist der am stärksten wachsende Suchbegriff im Themenfeld: von 8.100 auf 12.100 Anfragen im Monat. Deshalb die unbequeme Antwort zuerst. Einen ernstzunehmenden KI-Video-Generator ohne Anmeldung gibt es nicht. Alle zwölf geprüften Werkzeuge setzen ein Benutzerkonto voraus, ausnahmslos. Kleinere Webdienste ohne Login liefern niedrige Auflösungen, setzen Wasserzeichen und machen keine belastbaren Angaben zu kommerziellen Rechten. Für geschäftliche Inhalte scheidet das aus.
| Werkzeug | Gratis enthalten | Der Haken |
|---|---|---|
| Kling AI | 66 Credits pro Tag | Verfall nach 24 Stunden; Angabe nur über Sekundärquelle |
| Krea AI | 100 Compute Units pro Tag | über alle Werkzeuge hinweg; kommerzielle Nutzung ausgeschlossen |
| Pika | 80 Credits pro Monat | nur 480p, mit Wasserzeichen |
| Runway | 125 Credits einmalig | Probeguthaben, kein monatliches Kontingent |
| HeyGen | 3 Videos pro Monat, je 1 Minute | mit Wasserzeichen, kommerzielle Nutzung eingeschränkt |
| Synthesia | 10 Minuten pro Monat | kein Download möglich |
| Canva | 200 Standard-, 20 Premium-KI-Vorgänge | Text-zu-Video zählt zur Ultra-Stufe – im Gratis-Tarif null |
| Google Veo | kein festes Videokontingent | Google AI Plus ab 4,99 $ enthält 200 Flow-Credits |
Meine Einschätzung: Zum Ausprobieren sind Kling und Krea mit ihren Tageskontingenten die besten Adressen. Zum Produzieren taugt kein Gratis-Tarif – spätestens beim Wasserzeichen, beim fehlenden Download oder bei den kommerziellen Rechten ist Schluss. Wer regelmäßig Clips braucht, kalkuliert 20 bis 30 US-Dollar im Monat für ein Werkzeug plus Zeit für Konzept, Schnitt und Kennzeichnung – der zweite Posten ist der weit größere.
Die Rechtslage 2026
Kennzeichnungspflicht seit dem 2. August 2026
Artikel 50 der EU-KI-Verordnung gilt bereits – viele Beiträge beschreiben ihn noch im Futur. Die Verordnung unterscheidet zwei Rollen, und deren Verwechslung ist der häufigste Fehler:
- Anbieter (Absatz 2): Wer ein KI-System betreibt, das synthetische Bild-, Ton-, Video- oder Textinhalte erzeugt, muss die Ausgaben maschinenlesbar markieren und als künstlich erzeugt erkennbar machen. Das erledigen Google und Co. technisch über SynthID und C2PA-Credentials.
- Betreiber (Absatz 4): Wer Deepfakes erzeugt, muss offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder manipuliert wurde. „Betreiber" sind ausdrücklich auch Produzenten und nachgeschaltete Verwerter – also das werbetreibende Unternehmen und seine Agentur, nicht nur der Tool-Anbieter.
Die Offenlegung muss spätestens zum Zeitpunkt der ersten Interaktion oder Exposition erfolgen, klar und in einfacher Sprache; der Hinweis muss direkt und ohne Hilfsmittel erkennbar sein. Metadaten, AGB oder Fußnoten reichen ausdrücklich nicht aus. Bewährt: „KI-generiert".
Der Punkt, den fast alle verwechseln
SynthID und C2PA sind maschinenlesbare Markierungen. Sie erfüllen die Anbieterpflicht aus Absatz 2. Sie ersetzen nicht Ihre sichtbare Offenlegung als Betreiber nach Absatz 4 – denn genau Metadaten genügen nach den einschlägigen Auslegungen nicht. Auch ein Hashtag „KI" in der Bildunterschrift eines Social-Posts erfüllt „direkt und ohne Hilfsmittel erkennbar" nicht zuverlässig. Sicher ist ein sichtbares Label im Video selbst.
Nicht jeder Clip braucht ein Label. Ausgenommen sind eindeutig unauthentische Inhalte – stilisierte Darstellungen, physikalisch unmögliche Szenen, sprechende Tiere – sowie übliche Nachbearbeitung von Licht oder Hintergrund; bei künstlerischen oder satirischen Werken genügt ein Hinweis im Vorspann. Für den Mittelstand heißt das: Ein Motion-Graphics-Clip ohne reale Personen fällt unter die Ausnahme, ein Social-Clip mit fotorealistischem KI-Menschen braucht das sichtbare Label. Verstöße können mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Eine Rückwirkung gibt es nicht: Bereits veröffentlichte Inhalte müssen nicht nachgekennzeichnet werden.
Urheberrecht: Ihr KI-Video gehört Ihnen nicht so, wie Sie denken
An einem Video, das eine KI vollständig aus einem Textprompt erzeugt, entsteht in Deutschland kein Urheberrecht. Grund ist Paragraf 2 Absatz 2 des Urheberrechtsgesetzes: Geschützt ist nur eine persönliche geistige Schöpfung, und die setzt voraus, dass ein Mensch den Gestaltungsprozess steuert. Beim Prompten beschreiben Sie nur ein Ziel; Bildgestaltung, Bewegung und Komposition liefert die Software.
Was stattdessen greift, ist der Laufbildschutz nach Paragraf 95. Er schützt die wirtschaftliche Leistung der Herstellung, verlangt keine Schöpfungshöhe und wirkt 50 Jahre ab Veröffentlichung gegen Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe. Praktisch heißt das: Ein Wettbewerber darf Ihren Spot nicht kopieren, aber er darf einen sehr ähnlichen selbst generieren. Alleinstellung sichern Sie über Marken-, Design- und Wettbewerbsrecht. Sobald Menschen das Material substanziell bearbeiten – Schnitt, Montage, Vertonung – kann an diesem eigenen Beitrag ein Urheberrecht entstehen, nicht am KI-Rohmaterial.
Musikrechte: das Urteil vom 31. Juli 2026
Das Landgericht München I hat am 31. Juli 2026 im Verfahren der GEMA gegen Suno entschieden. Nach Auffassung des Gerichts verstößt Suno durch das Training mit bekannten Songs sowie durch deren Speicherung und Wiedergabe in Europa gegen geltendes Recht. Entscheidend für die Praxis: Auch der generierte Output unterliegt der Lizenzpflicht, wenn er in Melodie, Harmonie und Rhythmus weitgehend mit bekannten Werken übereinstimmt. Aktenzeichen und Rechtskraft konnte ich nicht belegen.
Ob sich das auf Videomodelle mit nativer Tonerzeugung übertragen lässt, hat kein Gericht entschieden – das ist meine Einschätzung, kein Urteil. Empfehlung: Bei Veo, Kling, Hailuo und Seedance die native Tonerzeugung für Soundeffekte und Atmosphäre nutzen, für erkennbare Musikbetten auf lizenzierte Bibliotheken ausweichen.
Personen im Bild und im Avatar
Die KI-Verordnung definiert Deepfakes ausdrücklich einschließlich realistischer Avatare und digitaler Repliken realer Personen – die Kennzeichnungspflicht ersetzt dabei nicht die Einwilligung. Für Unternehmen, die mit HeyGen oder Synthesia Avatare eigener Mitarbeitender bauen, ist das der häufigste ungelöste Punkt:
- Schriftliche Einwilligung mit klarem Nutzungsumfang: welche Kanäle, welche Sprachen, welcher Zeitraum.
- Regelung für den Fall des Ausscheidens: Was passiert mit dem Avatar und den bereits veröffentlichten Videos.
- Datenschutzrechtliche Grundlage dokumentieren – bei Gesicht und Stimme geht es um biometrische Daten nach Artikel 9 der Datenschutz-Grundverordnung.
- Drittlandtransfer prüfen, wenn Uploads mit Personenbezug an Anbieter außerhalb der EU gehen: Kling gehört zu Kuaishou, Hailuo zu MiniMax, CapCut und Seedance zu ByteDance – alle in China.
Welches Werkzeug für welchen Zweck
Die Frage „welcher ist der beste" führt in die Irre. Nützlicher ist: Was soll der Clip leisten? Fünf Fälle aus dem Mittelstand.
| Anwendungsfall | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Social-Clip mit Ton, maximale Qualität | Google Veo 3.1 | Einziges Modell mit 4K und nativem Ton aus einer Generierung. Acht Sekunden reichen für Reels und Shorts. |
| Anzeigen-B-Roll aus einem Produktfoto | Runway Gen-4.5 | Das Startbild ist Pflichtbestandteil des Ablaufs, keine Zusatzfunktion – das Ergebnis bleibt näher am realen Produkt. |
| Erklärvideo, zwei bis fünf Minuten, mehrsprachig | HeyGen oder Synthesia | Die einzigen beiden, die Videos in Minutenlänge erzeugen. HeyGen bis 30 Minuten, Synthesia über ein Minutenkontingent. |
| Mehrere Modelle testen, eine Rechnung | Krea AI, Pro für 21 $ | Veo, Kling, Runway, Seedance und Hailuo unter einem Vertrag statt fünf Einzelabos. Ab Business mit IP-Freistellung. |
| Kleinstes Budget, brauchbare Auflösung | Kling oder Krea | Die einzigen nennenswerten Tageskontingente: 66 Credits beziehungsweise 100 Compute Units pro Tag. |
Ein sechster Fall, den ich oft sehe: Das Team arbeitet bereits in Canva und will keinen Werkzeugbruch. Valides Argument – nur erlaubt Canva Pro eben 20 Videogenerierungen im Monat, Fehlversuche eingerechnet. Für einen Clip alle zwei Wochen reicht das, für laufende Anzeigenproduktion nicht.
Was KI-Video 2026 noch nicht kann
- Länge. Echte Generatoren liefern Sekunden, keine Minuten. Ein 90-Sekunden-Erklärvideo entsteht deshalb entweder auf einer Avatar-Plattform oder aus rund zwölf einzeln generierten Achtsekündern – das kostet Zeit, Credits und vor allem Konsistenz.
- Wiedererkennbare Figuren über mehrere Clips. Genau darum ist Bild-zu-Video bei Runway Pflicht. Wer Person, Produkt oder Markenwelt über eine Kampagne hinweg gleich aussehen lassen will, braucht Referenzbilder – und selbst dann bleibt Nacharbeit. Wie man die sauber erzeugt, beschreibe ich im Beitrag zu KI-Bilder erstellen.
- Verlässlichkeit pro Versuch. Drei bis fünf Anläufe je brauchbarem Clip sind normal – kein Bedienfehler, sondern die Natur generativer Modelle und der Hauptgrund, warum Credit-Tabellen die realen Kosten unterschätzen.
- Text im Bild. Schrift, Preise, Logos und Rechtstexte gehören in die Nachbearbeitung, nicht in den Prompt.
- Transparenz der Anbieter. Bei sechs von zwölf Werkzeugen lässt sich der Preis eines Clips nicht ausrechnen, bei vier von zwölf ist die kommerzielle Nutzung nicht eindeutig geregelt. Das ist 2026 der Normalzustand – und ein Auswahlkriterium.
- Rechtssicherheit ab Werk. Kein Werkzeug erledigt Ihre Kennzeichnungspflicht. Das sichtbare Label setzen Sie im Schnitt, nicht im Prompt.
Meine Einschätzung: Der Engpass liegt 2026 nicht mehr bei der Bildqualität, sondern bei Länge, Konsistenz und Prozess. Wer KI-Video produktiv nutzt, gewinnt nicht durch das beste Modell, sondern durch einen sauberen Ablauf – Storyboard, Referenzbilder, feste Prompt-Bausteine, Schnitt, Kennzeichnung, Freigabe. Das Modell ist austauschbar geworden. Das Verfahren ist es nicht.
Häufige Fragen
Welcher KI-Video-Generator ist der beste?
Es gibt nicht den einen besten, es kommt auf den Zweck an. Für kurze Social-Clips in höchster Qualität führt Google Veo 3.1, weil es als einziges Modell 4K mit nativ erzeugtem Ton verbindet – allerdings nur acht Sekunden am Stück. Für Erklärvideos in Minutenlänge sind HeyGen und Synthesia die einzigen sinnvollen Optionen, für Werbeclips aus einem Produktfoto Runway Gen-4.5.
Gibt es einen KI-Video-Generator kostenlos und ohne Anmeldung?
Bei den etablierten Anbietern nicht. Alle zwölf hier geprüften Werkzeuge setzen ein Benutzerkonto voraus. Kleinere Webdienste ohne Login liefern niedrige Auflösungen, setzen Wasserzeichen und machen keine belastbaren Angaben zu kommerziellen Rechten. Für geschäftliche Inhalte ist das unbrauchbar.
Was kostet ein KI-Video?
Für einen Zehn-Sekunden-Clip liegt die belegbare Spanne zwischen 0,40 und 4,70 US-Dollar, also Faktor zwölf. Kling 3.0 in 1080p ohne Ton kostet im Standard-Tarif rund 1,21 US-Dollar, Veo 3 mit Audio über Vertex AI rechnerisch 4,00 US-Dollar. Wichtig: Diese Preise gelten pro Generierung, nicht pro brauchbarem Ergebnis. Kalkulieren Sie mit drei bis fünf Versuchen je Clip.
Darf ich KI-Videos kommerziell nutzen?
In der Regel ja, aber fast immer erst ab einem bezahlten Tarif. Ausdrücklich bestätigt haben das Luma, Pika, Krea, Canva, HeyGen und Synthesia. Bei Runway und Kling war auf den geprüften Seiten keine eindeutige Aussage zu finden. Bei CapCut sollten Sie die Nutzungsbedingungen zur Lizenz an hochgeladenen Inhalten genau lesen.
Muss ich KI-Videos kennzeichnen?
Ja, die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026 nach Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Als Betreiber müssen Sie offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt wurde, spätestens bei der ersten Wahrnehmung. Der Hinweis muss klar, in einfacher Sprache und ohne Hilfsmittel erkennbar sein. Angaben in Metadaten, AGB oder Fußnoten genügen ausdrücklich nicht.
Wie lang dürfen KI-generierte Clips sein?
Echte Generatoren liefern Sekunden, Avatar-Plattformen liefern Minuten. Veo 3.1 erzeugt acht Sekunden pro Durchgang, Runway fünf oder zehn, Hailuo bis fünfzehn, Pika bis fünfundzwanzig und Seedance 2.5 bis dreißig Sekunden in einer durchgehenden Einstellung. HeyGen schafft bis zu 30 Minuten pro Video, Synthesia begrenzt über ein Minutenkontingent.
Was ist mit Sora passiert und was nutze ich stattdessen?
OpenAI hat Sora eingestellt. Die Web- und App-Version wurde am 26. April 2026 abgeschaltet, die Schnittstelle folgt am 24. September 2026. Als Grund nennt OpenAI einen Schwenk zu Programmierwerkzeugen und Geschäftskunden. Als Ersatz bieten sich Veo 3.1 für höchste Qualität, Kling 3.0 für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis mit Ton und HeyGen oder Synthesia für längere Erklärvideos an.
KI im Marketing – live in 120 Minuten
Im Live-Online-Workshop „KI im Marketing“ zeige ich in kleiner Gruppe, was KI im Marketing heute kann, was sich lohnt und was Sie ignorieren können – mit acht Quick Wins für Ihren Arbeitsalltag.
KI sinnvoll im Unternehmen einsetzen
Welche Aufgaben in Marketing, Vertrieb und Verwaltung lassen sich mit KI spürbar beschleunigen – und mit welchen Tools? In meiner KI-Beratung für den Mittelstand finden wir die passenden Anwendungsfälle, starten einen sauberen Pilot und nehmen Ihr Team mit – datenschutzkonform und im Einklang mit der KI-Verordnung.
Videoformate aufsetzen, statt Werkzeuge zu vergleichen
Der Vergleich oben beantwortet die Werkzeugfrage. Die schwierigere ist, welche Formate auf Ihren Kanälen tragen und wie daraus ein wiederholbarer Ablauf wird. Ich setze mit Ihnen Videoformate für Social und Anzeigen auf: Konzept und Formatlogik, Produktion mit dem passenden Generator und die Kennzeichnung nach Artikel 50 der KI-Verordnung.
Sie wollen wissen, welche Formate für Ihr Unternehmen funktionieren? Lassen Sie uns sprechen.







