Ihr Google-Unternehmensprofil – vielen noch als Google My Business bekannt – ist oft der erste Eindruck, den Kunden von Ihrem Unternehmen bekommen. In der lokalen Suche, in Google Maps und zunehmend in den KI-Antworten von Google. Ob es Anrufe bringt, hängt vor allem davon ab, wie vollständig und sauber es gepflegt ist. Diese Checkliste führt Sie in 20 Punkten durch alles, was 2026 zählt.
Kurzantwort
- Wichtigster Hebel: die richtige Hauptkategorie und ein vollständig ausgefülltes Profil. Google schreibt selbst: Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen erscheinen mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Suchergebnissen.
- Limits: 1 Hauptkategorie + bis zu 9 weitere, Beschreibung bis 750 Zeichen, Fotos empfohlen 720 × 720 Pixel, Videos bis 30 Sekunden.
- Tabu: Keywords im Firmennamen, Links in der Beschreibung, gekaufte Bewertungen.
- Oft vergessen: dieselben Daten in Bing Places, Apple Business und Verzeichnissen – daraus lesen Copilot, Siri und ChatGPT.
Was das Google-Unternehmensprofil ist
Das Google-Unternehmensprofil (englisch Google Business Profile) ist der kostenlose Eintrag Ihres Unternehmens in der Google-Suche und in Google Maps. Bis 2021 hieß der Dienst Google My Business, deshalb suchen viele weiterhin unter diesem Namen. Verwaltet wird das Profil heute direkt in der Google-Suche, in der Maps-App oder über business.google.com.
Das Profil zeigt Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Website, Fotos und Bewertungen. Dazu kommen Kategorien, eine Beschreibung, Leistungen, Produkte und Attribute – Felder, die Kunden oft gar nicht direkt sehen, die Google aber nutzt, um zu entscheiden, bei welchen Suchanfragen Ihr Profil erscheint.
Wie Google lokal rankt
Google nennt in seiner Hilfe drei Faktoren für lokale Suchergebnisse:
- Relevanz: „inwieweit ein Unternehmensprofil mit dem Gesuchten übereinstimmt“. Hier wirken Kategorien, Beschreibung, Leistungen und Attribute.
- Entfernung: wie weit Ihr Standort vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt ist. Darauf haben Sie keinen Einfluss.
- Bekanntheit: wie bekannt Ihr Unternehmen ist – laut Google unter anderem gemessen an der Anzahl der Websites, die auf Sie verweisen, und an Ihren Rezensionen.
Die Checkliste setzt deshalb bei Relevanz und Bekanntheit an. Für Kunden zählt Vollständigkeit ebenfalls: Laut Google werden vollständige Profile 2,7-mal häufiger als seriös wahrgenommen.
Die Checkliste: 20 Punkte für Ihr Google-Unternehmensprofil
A. Basisdaten
- 1. Firmenname wie im echten Leben. Genau so, wie er auf Schild, Rechnung und Website steht. Keine Orte, Leistungen oder Slogans – das verbieten Googles Richtlinien ausdrücklich.
- 2. Adresse oder Einzugsgebiet. Mit Kundenkontakt vor Ort: vollständige Adresse. Als Servicebetrieb ohne Ladengeschäft: Adresse ausblenden und das Einzugsgebiet angeben. Virtuelle Büros sind nicht zulässig.
- 3. Telefonnummer mit Ortsvorwahl. Eine Hauptnummer plus bis zu zwei weitere. Am besten dieselbe Nummer wie auf der Website, damit Google die Angaben abgleichen kann.
- 4. Website-Link mit Kennzeichnung. Verlinken Sie die passende Seite, bei mehreren Standorten die Standortseite. Mit UTM-Parametern sehen Sie in Analytics, wie viele Besuche aus dem Profil kommen – zum Beispiel mit meinem UTM-Generator.
- 5. Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten. Reguläre Zeiten, Feiertage und – wenn sinnvoll – weitere Zeiten etwa für Telefon, Abholung oder Lieferung.
B. Kategorien und Beschreibung
- 6. Die treffendste Hauptkategorie. Sie ist einer der stärksten Hebel überhaupt. Googles Faustregel: Was Ihr Unternehmen ist, nicht was es hat. Schauen Sie, welche Kategorie die Wettbewerber auf den vorderen Plätzen nutzen.
- 7. Bis zu neun Nebenkategorien. Nur, was wirklich zutrifft. Weniger ist hier oft mehr, weil jede Kategorie eigene Attribute und Leistungen mitbringt.
- 8. Beschreibung mit bis zu 750 Zeichen. Was Sie anbieten, für wen, wo und was Sie unterscheidet – die Kernaussage in den ersten 250 Zeichen. Keine Links, keine Aktionen, keine Preise.
- 9. Eröffnungsdatum. Klein, aber ein Vertrauenssignal – besonders für Unternehmen mit langer Geschichte.
C. Leistungen, Produkte und Attribute
- 10. Leistungen einzeln anlegen. Google schlägt je nach Kategorie vordefinierte Leistungen vor, eigene können Sie ergänzen. Jede mit einer kurzen Beschreibung.
- 11. Produkte mit Bild und Text. Auch für Dienstleister sinnvoll, etwa für Pakete oder Festpreisangebote.
- 12. Alle passenden Attribute. Barrierefreiheit, Zahlungsarten, Online-Termine, Sprachen – was Google für Ihre Kategorie anbietet, sollte gepflegt sein.
D. Fotos und Videos
- 13. Logo und Titelbild. Logo quadratisch, Titelbild mit Ihrem Unternehmen statt Stockfoto.
- 14. Echte Fotos in guter Qualität. JPG oder PNG, 10 KB bis 5 MB, empfohlen 720 × 720 Pixel, mindestens 250 × 250 Pixel. Außenansicht, Team, Räume, Arbeiten.
- 15. Kurze Videos. Bis 30 Sekunden, bis 75 MB, mindestens 720p. Google prüft Medien in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
E. Bewertungen und Aktivität
- 16. Bewertungen aktiv anfragen. Mit dem Bewertungslink aus dem Profil, per E-Mail oder QR-Code nach dem Auftrag. Keine Gegenleistungen, keine Bewertungen kaufen.
- 17. Jede Bewertung beantworten. Freundlich, konkret, innerhalb weniger Tage – auch und gerade die kritischen.
- 18. Beiträge veröffentlichen. Aktuelles, Angebote oder Veranstaltungen. Beiträge werden nach sechs Monaten archiviert; ein Beitrag im Monat hält das Profil lebendig.
F. Daten außerhalb von Google
- 19. Bing Places und Apple Business. Bing Places kann Ihr Google-Profil direkt importieren; daraus lesen Bing und Copilot. Apple Business ersetzt seit April 2026 Apple Business Connect und speist Apple Karten und Siri.
- 20. Verzeichnisse angleichen. Name, Adresse und Telefon überall identisch – in Gelbe Seiten, Das Örtliche, 11880, wer liefert was und Co. Warum das für SEO und KI-Suche zählt, steht in meinem Beitrag zu Branchenbucheinträgen und NAP-Konsistenz.
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Was Google eingestellt hat
Viele Anleitungen im Netz sind veraltet. Diese Funktionen gibt es nicht mehr oder nicht mehr in der bekannten Form:
| Funktion | Status |
|---|---|
| Websites aus dem Profil (business.site) | im März 2024 abgeschaltet, Weiterleitungen bis Juni 2024 |
| Chat / Nachrichten | seit 31. Juli 2024 eingestellt |
| Fragen & Antworten | Schnittstelle seit November 2025 eingestellt; in der Oberfläche schrittweise durch KI-Antworten ersetzt |
| Beiträge | weiterhin aktiv (Aktuelles, Angebote, Veranstaltungen) |
Der Wegfall von Fragen und Antworten zeigt die Richtung: Google beantwortet Kundenfragen zunehmend selbst – aus den Daten Ihres Profils. Je vollständiger Leistungen, Attribute und Beschreibung, desto besser die Antworten.
Sieben typische Fehler
- Keywords im Namen. Kurzfristig manchmal wirksam, aber ein Richtlinienverstoß. Wettbewerber können das melden.
- Zu allgemeine Hauptkategorie. „Unternehmen“ oder „Beratung“ statt der konkreten Kategorie.
- Doppelte Profile nach Umzug oder durch frühere Dienstleister. Zusammenführen oder schließen lassen.
- Alte Daten nach Umzug oder Umfirmierung – bei Google korrigiert, in zwanzig Verzeichnissen nicht.
- Virtuelle Büros oder Coworking-Adressen ohne dauerhafte Präsenz. Google lässt sie nicht zu.
- Unbeantwortete Bewertungen, vor allem die negativen.
- Gekaufte oder getauschte Bewertungen. Verstößt gegen Googles Richtlinien und ist in Deutschland wettbewerbswidrig.
Ihr Profil und die KI-Suche
Laut der Verbraucherbefragung von BrightLocal (Februar 2026, USA) nutzen bereits 45 Prozent der Befragten ChatGPT und andere KI-Tools für lokale Empfehlungen, ein Jahr zuvor waren es 6 Prozent. Die Assistenten lesen Firmendaten aus Profilen und Verzeichnissen: Google AI Mode aus dem Unternehmensprofil, Copilot aus Bing Places, Siri aus Apple Business. Wer die Checkliste abarbeitet und die Daten danach überall angleicht, legt damit die Grundlage für Generative Engine Optimization (GEO). Wie KI-Antworten generell entstehen, erkläre ich im Beitrag zu Google AI Mode und AI Overviews.
Häufige Fragen
Wie optimiere ich mein Google-Unternehmensprofil?
Füllen Sie alle Felder vollständig und korrekt aus: echter Firmenname ohne Keywords, passende Haupt- und bis zu neun Nebenkategorien, eine Beschreibung mit bis zu 750 Zeichen, Leistungen und Produkte, Attribute, Öffnungszeiten inklusive Feiertage, Fotos sowie einen sauberen Website-Link. Danach sammeln und beantworten Sie Bewertungen regelmäßig und gleichen Ihre Firmendaten in Bing Places, Apple Business und den wichtigen Verzeichnissen an.
Ist Google My Business dasselbe wie das Google-Unternehmensprofil?
Ja. Google hat Google My Business in Google Unternehmensprofil umbenannt (englisch Google Business Profile). Die Funktionen sind weitgehend gleich, verwaltet wird das Profil heute direkt in der Google-Suche, in Google Maps oder über business.google.com.
Wie viele Kategorien darf ich wählen?
Eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere. Google empfiehlt, so wenige Kategorien wie möglich zu wählen und sich an der Frage zu orientieren, was Ihr Unternehmen ist – nicht, was es hat oder anbietet.
Wie lang darf die Unternehmensbeschreibung sein?
Bis zu 750 Zeichen. Links, Werbeaktionen und Preisangaben sind in der Beschreibung nicht erlaubt. Die wichtigsten Informationen sollten in den ersten 250 Zeichen stehen, weil Google die Beschreibung je nach Ansicht kürzt.
Darf ich Keywords in den Firmennamen schreiben?
Nein. Laut Googles Richtlinien muss der Name dem echten Namen entsprechen, wie er etwa auf Schild, Briefpapier und Website steht. Zusätze wie Leistungen, Orte oder Slogans sind nicht zulässig und können zur Sperrung des Profils führen.
Gibt es die Fragen-und-Antworten-Funktion noch?
Google baut sie um. Die Programmierschnittstelle für Fragen und Antworten wurde im November 2025 eingestellt, in der Oberfläche ersetzt Google die Funktion schrittweise durch KI-gestützte Antworten. Umso wichtiger ist, dass Beschreibung, Leistungen und Attribute vollständig sind – daraus beantwortet die KI die Fragen Ihrer Kunden.
Wie oft sollte ich mein Profil aktualisieren?
Prüfen Sie Öffnungszeiten vor jedem Feiertag, neue Fotos und Beiträge sind alle paar Wochen sinnvoll. Beiträge werden nach sechs Monaten archiviert. Bewertungen sollten Sie innerhalb weniger Tage beantworten. Einmal im Quartal lohnt ein Blick auf Kategorien, Leistungen und neue Felder.
Kann ich die Optimierung machen lassen?
Ja. Ich optimiere Ihr Google-Unternehmensprofil inhaltlich und synchronisiere Ihre Firmendaten zusätzlich in Bing Places, Apple Business und über 40 Portale – für 199 Euro Festpreis pro Profil.
Fazit: eine Stunde Arbeit, dauerhafte Wirkung
Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil ist der günstigste Hebel für lokale Sichtbarkeit. Die meisten Punkte sind in einer Stunde erledigt – entscheidend ist, dass sie wirklich erledigt werden und die Daten danach auch außerhalb von Google stimmen.
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Stand: 5. Oktober 2026. Quellen: Google-Hilfe zum Unternehmensprofil (Ranking, Richtlinien, Fotos, Beiträge), Google My Business API Changelog, BrightLocal Local Consumer Review Survey 2026, Apple Newsroom 24.03.2026.







