Ein Google-Ads-Anzeigentitel darf 30 Zeichen haben, ein YouTube-Titel 100, und beim SEO-Title nennt Google überhaupt kein Limit – dieselbe Idee braucht also drei verschiedene Überschriften. Der Generator oben setzt Ihre Angaben in 120 Formeln ein und rechnet zu jeder Zeile die Zeichenzahl gegen das Limit des gewählten Kanals. Ein Hinweis vorweg, weil zu diesem Suchbegriff auch Schriftart-Werkzeuge ranken: Hier geht es um Marketing-Überschriften, nicht um Handlettering oder Fonts.
Der Überschriften-Generator
Drei Reiter: Überschriften erzeugen, eine eigene Überschrift prüfen, und ein fertiger KI-Prompt, mit dem Sie in ChatGPT, Claude oder Gemini weiterarbeiten. Die Auswahl beim Kanal ändert das Zeichenlimit und blendet die Formeln aus, die für diesen Kanal zu lang sind.
Kostenloser Überschriften-Generator – ohne Anmeldung
Überschriften-Generator mit 120 Headline-Formeln
Sie tragen Thema, Zielgruppe und Nutzen ein, das Werkzeug setzt Ihre Angaben in 120 hinterlegte Formeln ein und zeigt zu jeder Überschrift die Zeichenzahl gegen das Limit des gewählten Kanals. Der zweite Reiter bewertet eine eigene Überschrift. Alles läuft in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert und nichts übertragen. Hier geht es um Marketing-Überschriften, nicht um Schriftarten. Die Formeln setzen Ihre Angaben unverändert ein: Beugung und Feinschliff bleiben Ihre Aufgabe.
Worum geht es? Am besten genau das Wort, nach dem Ihre Leser suchen.
Mehrzahl, so konkret wie möglich.
Was der Leser davon hat, nicht was Ihr Produkt kann.
Für Listen und Ergebnisse.
Zum Beispiel 30 Tage oder ein Quartal. Manche Formeln lesen sich mit der Dativform besser: 30 Tagen.
Nur für die Kategorie Lokal. Leer lassen ist erlaubt.
Bestimmt das Zeichenlimit und welche Formeln passen.
Zehn Denkrichtungen, je zwölf Formeln.
Sortiert die passenden Kategorien nach oben und setzt ein Signalwort ein.
Ihre Überschriften
Formel: Vorlage mit Platzhaltern + Ihre Eingaben → Überschrift. Ampel: grün innerhalb des Limits, orange knapp darüber, rot deutlich darüber. Bei Google Ads ist die Grenze hart: 30 Zeichen je Anzeigentitel.
Einfügen, sofort Auswertung. Bewertet wird gegen den oben gewählten Kanal.
Bewertung
Die Auswertung erscheint hier.
Punkte: Länge im Limit 20, Zahl enthalten 15, Powerwort 15, Nutzenversprechen 15, Frage oder Emotion 10, konkrete Angabe 10, Wortzahl zwischen 6 und 12 15, abzüglich 25 je Klickköder-Muster.
Der folgende Prompt übergibt Ihre Eingaben, den gewählten Kanal samt Zeichenlimit und die zehn Kategorien an ChatGPT, Claude oder Gemini. Kopieren, einfügen, fertig.
Der Prompt erscheint hier.
Wie die 120 Formeln aufgebaut sind
Eine Formel ist ein Satzmuster mit Lücken. {zahl} Fehler bei {thema}, die {zielgruppe} teuer zu stehen kommen ist eine solche Formel. Sie tragen oben ein, was in die Lücken gehört, und bekommen die fertige Zeile. Das ist kein Trick, sondern eine Abkürzung: Sie sparen sich die leere Seite und arbeiten stattdessen an der Auswahl.
Hinterlegt sind sieben Platzhalter: Thema oder Keyword, Zielgruppe, Nutzen, Zahl, Zeitraum, Ort und ein Signalwort, das sich aus der Tonalität ergibt. Die Tonalität sortiert außerdem die passenden Kategorien nach oben – wer „provokant" wählt, sieht zuerst die kontrarianen Muster und die Fehler-Muster, wer „sachlich" wählt, zuerst Anleitungen, Listen und Vergleiche.
Die 120 Formeln verteilen sich gleichmäßig auf zehn Kategorien, zwölf je Kategorie. Jede Formel ist außerdem einem oder mehreren Kanälen zugeordnet. 30 der 120 sind kurz genug, dass sie in einem Google-Ads-Anzeigentitel überhaupt eine Chance haben; die restlichen wären dort von vornherein zu lang.
| Kategorie | Beispielformel | Ausgefüllt |
|---|---|---|
| Anleitung | {thema} in {zeitraum}: der komplette Fahrplan | E-Mail-Marketing in 30 Tagen: der komplette Fahrplan |
| Liste | {zahl} Dinge, die bei {thema} wirklich zählen | 7 Dinge, die bei E-Mail-Marketing wirklich zählen |
| Frage | Was kostet {thema} für {zielgruppe} wirklich? | Was kostet E-Mail-Marketing für Handwerksbetriebe wirklich? |
| Vergleich | {thema} selbst machen oder kaufen: die Rechnung für {zielgruppe} | E-Mail-Marketing selbst machen oder kaufen: die Rechnung für Handwerksbetriebe |
| Fehler/Warnung | {zahl} Fehler bei {thema}, die {zielgruppe} teuer zu stehen kommen | 7 Fehler bei E-Mail-Marketing, die Handwerksbetriebe teuer zu stehen kommen |
| Neugier | Der stille Kostenfaktor bei {thema} | Der stille Kostenfaktor bei E-Mail-Marketing |
| Ergebnis/Zahlen | {thema}: das Ergebnis nach {zeitraum} | E-Mail-Marketing: das Ergebnis nach 30 Tagen |
| Kontrarian | Warum ich {zielgruppe} von {thema} abrate | Warum ich Handwerksbetrieben von E-Mail-Marketing abrate |
| Lokal | {thema} in {ort}: der Überblick für {zielgruppe} | E-Mail-Marketing in Nürnberg: der Überblick für Handwerksbetriebe |
| Zeitbezug | {zeitraum} bis {nutzen}: der Zeitplan für {zielgruppe} | 30 Tage bis mehr Anfragen: der Zeitplan für Handwerksbetriebe |
Warum eine Formel kein fertiger Text ist
Der Generator liefert Rohmaterial. Aus 25 Vorschlägen sind erfahrungsgemäß zwei oder drei brauchbar, und die brauchen noch eine Runde Handarbeit: ein Wort streichen, die Zahl auf den echten Wert setzen, den Nutzen präzisieren. Wer die Ausgabe unverändert veröffentlicht, bekommt Überschriften, die nach Baukasten klingen. Das ist die eigentliche Arbeit – und der Grund, warum ich die Bewertungsfunktion im zweiten Reiter für nützlicher halte als den Generator selbst.
Warum Überschriften wirken: vier Prinzipien mit Gegenbeispiel
Es gibt vier Mechanismen, die in fast jeder guten Überschrift stecken. Ich stelle sie mit Beispiel und Gegenbeispiel nebeneinander, weil der Unterschied dort deutlicher wird als in der Definition.
| Prinzip | Was dahintersteckt | Beispiel | Gegenbeispiel | Warum |
|---|---|---|---|---|
| Neugierlücke | Der Leser merkt, dass ihm eine Information fehlt, die er haben will. | Der stille Kostenfaktor im E-Mail-Marketing | Sie werden nicht glauben, was wir herausgefunden haben | Das Gegenbeispiel öffnet die Lücke, ohne sie je zu schließen. Das ist Klickköder. |
| Spezifität | Zahlen, Zeiträume und Beträge machen eine Aussage prüfbar. | 7 Fehler, die Handwerksbetriebe im Newsletter 30 Tage kosten | Die besten Tipps für erfolgreiches E-Mail-Marketing | „Beste" und „erfolgreich" sind Adjektive ohne Inhalt. Sie stehen in Millionen Titeln. |
| Nutzen | Die Überschrift sagt, was der Leser danach kann, hat oder spart. | So gewinnen Handwerksbetriebe in 30 Tagen 7 neue Anfragen | Unsere neue E-Mail-Marketing-Software ist da | Das Gegenbeispiel erzählt vom Absender, nicht vom Leser. |
| Verlustaversion | Ein drohender Verlust wiegt schwerer als ein gleich großer Gewinn. | Diese 3 Einstellungen kosten Sie jede zweite Öffnung | Letzte Chance – nur noch heute | Echter Verlust lässt sich benennen und belegen. Erfundene Fristen sind Druck ohne Substanz. |
Der Begriff Neugierlücke geht auf den Verhaltensökonomen George Loewenstein zurück, der Neugier 1994 als Lücke zwischen dem beschrieb, was jemand weiß, und dem, was er wissen möchte. Für Überschriften heißt das: Die Lücke muss klein und konkret sein. „Der stille Kostenfaktor im E-Mail-Marketing" öffnet eine Lücke, die der Text in zwei Absätzen schließen kann. „Sie werden nicht glauben, was wir herausgefunden haben" öffnet eine Lücke, die nichts schließen kann, weil nie gesagt wurde, worum es geht.
Die Verlustaversion stammt aus der Prospect Theory von Daniel Kahneman und Amos Tversky (1979): Verluste wiegen subjektiv schwerer als gleich große Gewinne. Übertragen auf Überschriften wirkt „Diese 3 Einstellungen kosten Sie jede zweite Öffnung" stärker als „Mit diesen 3 Einstellungen verdoppeln Sie Ihre Öffnungen". Eine Einschränkung: Ich habe keine belastbare Zahl gefunden, die diesen Effekt für Überschriften quantifiziert. Belegt ist der Mechanismus in der Entscheidungsforschung, nicht ein bestimmter Klickvorteil in Prozent.
Zur Spezifität gibt es dagegen Daten. In einer Auswertung von rund vier Millionen Google-Suchergebnissen hatten Titel zwischen 40 und 60 Zeichen die höchste Klickrate, 33,3 Prozent höher als Titel außerhalb dieses Bereichs. Titel mit 6 bis 9 Wörtern schnitten am besten ab. Und Titel mit positiver Tonalität hatten eine um 4,1 Prozentpunkte höhere absolute Klickrate als Titel mit negativer Tonalität. Das ist eine Korrelationsstudie eines Werkzeug-Anbieters, kein Experiment – sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Aber sie ist das Beste, was zu diesem Thema öffentlich vorliegt.
Ein Befund derselben Auswertung widerspricht einer sehr verbreiteten Regel: Fragen im Titel bringen keine höhere Klickrate. Titel mit Frage lagen bei 15,5 Prozent, Titel ohne Frage bei 16,3 Prozent. Der Unterschied gilt dort als nicht bedeutsam. Wer also glaubt, ein Fragezeichen sei ein Klickhebel, sollte das für die eigene Seite prüfen statt es zu übernehmen.
SEO-Title, H1 und Social-Headline sind drei verschiedene Dinge
Der häufigste Denkfehler im Mittelstand: eine Überschrift wird geschrieben und dann überall gleich verwendet. Das ist verständlich, aber ineffizient, denn die drei Formen haben verschiedene Aufgaben und verschiedene Leser.
| SEO-Title | H1 | Social-Headline | |
|---|---|---|---|
| Wo sie steht | Im <title>-Element im Kopf der Seite | Als sichtbare <h1> oben im Text | Als erste Zeile eines Beitrags, als Betreff, als Videotitel |
| Wer sie sieht | Menschen, die in den Suchergebnissen entscheiden, ob sie klicken | Menschen, die schon auf der Seite sind | Menschen, die durch einen Feed scrollen oder ein Postfach überfliegen |
| Ihre Aufgabe | Den Klick verdienen und das Thema eindeutig benennen | Das Versprechen des Titels bestätigen und den Text einordnen | Das Scrollen unterbrechen |
| Länge | Google nennt kein Limit, kürzt aber nach Gerätebreite; rund 60 Zeichen sind Konvention | Frei, darf ausführlicher sein | Je Kanal verschieden, teils hart begrenzt |
| Keyword | Sollte enthalten sein, möglichst vorn | Sollte enthalten sein, darf umformuliert werden | Zweitrangig, hier zählt der Aufhänger |
| Darf abweichen? | Ja. Google zieht den Titellink auch aus H1, og:title und anderem Seitentext und schreibt ihn bei Bedarf um | Ja, sie darf sich vom SEO-Title unterscheiden | Ja, sie sollte sich sogar unterscheiden |
Wichtig ist dabei ein Detail aus Googles Dokumentation, das oft übersehen wird: Google zieht den Titellink in den Suchergebnissen nicht nur aus dem Title-Element. Als Quellen nennt Google ausdrücklich auch die sichtbare Hauptüberschrift, Überschriftenelemente wie die H1, das og:title-Meta-Tag, groß oder auffällig formatierten Text, sonstigen Seitentext, Ankertext auf der Seite und Text aus Links, die auf die Seite zeigen. Google schreibt Titel um, wenn das Title-Element unvollständig oder veraltet ist, schlecht zum Inhalt passt, wenn mehrere gleich prominente Überschriften vorliegen oder wenn sich derselbe Textbaustein über viele Seiten wiederholt.
Meine Konsequenz daraus: Der Title und die H1 sollten dieselbe Aussage treffen, aber nicht zwingend denselben Wortlaut haben. Der Title arbeitet an der Kürze und stellt das Keyword nach vorn, die H1 darf ausführlicher sein und den Leser abholen, der schon geklickt hat. Wenn beide völlig auseinanderlaufen, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Google sich seinen eigenen Titel baut.
Zeichenlimits je Kanal
Hier trennt sich, was hart begrenzt ist, von dem, was nur empfohlen wird. Diese Unterscheidung ist praktisch wichtig: Ein hartes Limit lässt sich nicht speichern, wenn es überschritten wird. Eine Empfehlung führt im schlimmsten Fall zu einem abgeschnittenen Text.
| Feld | Grenze | Art | Beleg |
|---|---|---|---|
| Google Ads, Anzeigentitel | 30 Zeichen | hart | Google-Ads-Hilfe, „Responsive Suchanzeigen": Anzeigentitel sind „auf 30 Zeichen beschränkt". 3 bis 15 Titel je Anzeige. |
| Google Ads, Textzeile | 90 Zeichen | hart | Dieselbe Quelle: „maximal 90 Zeichen", 2 bis 4 Zeilen. |
| Google Ads, Pfadfeld | 15 Zeichen | hart | Dieselbe Quelle: „bis zu 15" Zeichen je Feld. |
| YouTube, Videotitel | 100 Zeichen | hart | YouTube-Hilfe: „Videotitel sind auf 100 Zeichen beschränkt." |
| LinkedIn, Anzeigentitel | unter 150 Zeichen | Empfehlung | LinkedIn Marketing Solutions: „Write ad headlines that are under 150 characters." |
| LinkedIn, Beschreibungstext | unter 70 Zeichen | Empfehlung | Dieselbe Quelle: ab 100 Zeichen droht auf dem Desktop das Abschneiden. |
| Newsletter-Betreff | höchstens 60 Zeichen, 9 Wörter | Empfehlung | Mailchimp-Hilfe: „We recommend you use no more than 9 words and 60 characters." Ein technisches Limit gibt es nicht. |
| SEO-Title | rund 60 Zeichen | Konvention | Google Search Central: „Die Länge eines <title>-Elements ist nicht begrenzt", der Titellink wird aber „bei Bedarf gekürzt". |
Zwei Werte in dieser Tabelle verdienen eine Einordnung. Der SEO-Title steht mit „rund 60 Zeichen" da, obwohl Google kein Limit nennt. Diese Zahl kommt aus Werkzeugen, die die Pixelbreite des Titels in den Suchergebnissen schätzen, und aus der Beobachtung, wo Google typischerweise kürzt. Sie ist eine gute Faustregel, aber keine Vorgabe. Wenn Sie mit Zeichen und Pixeln genauer arbeiten wollen, nutzen Sie den Zeichenzähler mit Plattform-Limits.
Der zweite Wert ist LinkedIn. Belegt ist dort nur die Empfehlung für Anzeigentitel: unter 150 Zeichen, und beim Beschreibungstext unter 70 Zeichen, weil ab 100 Zeichen auf dem Desktop abgeschnitten werden kann. Für organische Beiträge kursieren Zahlen zum Zeichenlimit und zur Stelle, an der LinkedIn mit „mehr anzeigen" abschneidet – ich habe dafür keine offizielle, öffentlich abrufbare Quelle gefunden und nenne deshalb keine Zahl. Die praktische Regel bleibt trotzdem gültig: Der erste Satz entscheidet, ob jemand aufklappt.
Google Ads: was in 30 Zeichen funktioniert
30 Zeichen sind ungefähr vier Wörter. Das erzwingt eine andere Schreibweise als beim Blog-Titel: kein Nebensatz, kein Komma, keine Einleitung. Was in der Praxis trägt, sind vier Bauformen – das Keyword als Zeile, der Nutzen als Zeile, der Beleg als Zeile und die Aufforderung als Zeile.
- Keyword-Zeile: Das gebuchte Keyword möglichst wortgleich. Google formuliert das in der Hilfe zur Anzeigeneffektivität eindeutig: Ein Keyword muss vollständig in einem einzelnen Anzeigentitel enthalten sein, es darf nicht auf mehrere Titel verteilt werden.
- Nutzen-Zeile: Was der Kunde davon hat, in drei bis vier Wörtern. „In 30 Tagen startklar" statt „Wir bieten umfassende Beratung".
- Beleg-Zeile: Eine Zahl, die stimmt. Jahre am Markt, Anzahl Projekte, Lieferzeit, Preis ab. Nichts Erfundenes.
- Aufforderungs-Zeile: Kurz und konkret. „Jetzt Termin sichern", „Kostenlos anfragen".
Google empfiehlt außerdem, so viele unterschiedliche Anzeigentitel wie möglich anzulegen – erlaubt sind 3 bis 15 – und dabei Wiederholungen zu vermeiden. Die ersten drei Anzeigentitel sollen so formuliert sein, als würden sie zusammen in einer Anzeige stehen. Für die Anzeigeneffektivität nennt Google eigene Durchschnittswerte: Wer von „Schlecht" auf „Sehr gut" kommt, erzielt demnach rund 15 Prozent mehr Klicks und Conversions.
Diese Zahlen stammen von Google selbst und sind keine unabhängigen Studienergebnisse. Bemerkenswert finde ich vor allem die zweite Aussage derselben Quelle: Wer die Anzahl der Anzeigen verdoppelt, bekommt im Schnitt 6,6 Prozent mehr Conversions, wer sie verdreifacht, nur noch 3,7 Prozent. Der Ertrag sinkt also schnell. Mehr Anzeigen sind kein Ersatz für bessere Anzeigen.
Was Google inzwischen selbst übernimmt
Ein Teil der Arbeit an Anzeigentexten ist Ihnen abgenommen worden, ob Sie wollen oder nicht. Google erzeugt auf Kontoebene automatisch Assets: dynamische Sitelinks, dynamische Snippets, Standort-Assets, Verkäuferbewertungen, dynamische Zusatzinformationen, dynamische Unternehmensinfos, dynamische Bilder und einen Hinweis auf Websitebesuche. Als Quelle nennt Google vor allem die Landingpage und Kontoinformationen. Die eigene Begründung lautet, dass sich die Leistung der Anzeigen dadurch in vielen Fällen erhöht, weil sie häufiger angeklickt werden.
Deaktivieren lässt sich das unter Kampagnen, Assets, Dreipunkt-Menü, Erweiterte Einstellungen. Meine Einschätzung: Für Marken mit klaren Sprachregeln lohnt der Blick dorthin, weil automatisch erzeugte Texte aus der Landingpage nicht immer zur Tonalität passen. Für alle anderen ist es eher Hilfe als Risiko. Wichtig ist nur zu wissen, dass die Anzeige, die ein Nutzer sieht, nicht mehr identisch mit dem ist, was Sie eingetippt haben. Wer Anzeigentitel bewertet, muss deshalb im Anzeigenvorschau-Bereich prüfen, was tatsächlich ausgeliefert wird.
Clickbait und warum er auf Dauer schadet
Clickbait ist eine Überschrift, die mehr verspricht, als der Inhalt einlöst. Das Muster ist immer gleich: eine große Ankündigung ohne Substanz, eine Neugierlücke ohne Schließung, eine Zahl ohne Bezug. Kurzfristig funktioniert das – deswegen gibt es das Phänomen überhaupt.
Drei Gründe sprechen dagegen, und der erste ist der handfesteste. In Google Ads ist Clickbait ausdrücklich verboten. Die Richtlinie zur irreführenden Darstellung untersagt Anzeigen, mit denen durch Clickbaiting oder extrem auffällige Texte beziehungsweise Bilder mehr Traffic erzielt werden soll. Ebenfalls untersagt ist das Ausnutzen negativer Lebensereignisse wie Todesfälle, Krankheiten, Verhaftungen, Unfälle oder Insolvenzen, um starke negative Emotionen hervorzurufen, und ebenso Behauptungen, die ein mögliches, aber unwahrscheinliches Ereignis als wahrscheinlich darstellen. Google stuft solche Verstöße als schwerwiegend ein und sperrt Konten nach eigener Aussage sofort ohne vorherige Warnung. Eine Reaktivierung gibt es nur, wenn der Sachverhalt eindeutig und gut begründet ist.
Der zweite Grund betrifft die organische Seite. Wer klickt und enttäuscht wird, geht zurück. Ich habe für den direkten Zusammenhang zwischen kurzer Verweildauer und Ranking keinen belastbaren Beleg, und Google bestreitet einen einfachen Kausalzusammenhang – deshalb argumentiere ich hier nicht mit Ranking-Signalen. Der handfeste Schaden ist einfacher: Ein Leser, der sich einmal geleimt fühlt, klickt beim nächsten Mal nicht mehr. Bei einem Newsletter sehen Sie das direkt an der Öffnungsrate der Folgeausgabe.
Der dritte Grund ist praktisch. Clickbait ist auf Dauer teurer, weil er nicht skaliert. Jede Ausgabe braucht eine größere Ankündigung als die vorherige, sonst fällt die Wirkung ab. Eine ehrliche, spezifische Überschrift funktioniert dagegen beim zwanzigsten Mal genauso wie beim ersten.
Der Test, der immer funktioniert
Lesen Sie Ihre Überschrift und dann den ersten Absatz Ihres Textes. Löst der Absatz ein, was die Überschrift ankündigt? Wenn nein, ändern Sie nicht den Absatz, sondern die Überschrift. Genau diese Prüfung macht auch die Bewertungsfunktion oben nicht – das bleibt Ihre Aufgabe, weil sie den Text kennt.
Wie Sie Überschriften testen
Meinungen über Überschriften sind billig, Zahlen sind es nicht. Deshalb lohnt sich ein Test überall dort, wo Sie zwei Varianten gegeneinander laufen lassen können.
- Google Ads: Der einfachste Fall. Legen Sie mehrere Anzeigentitel in derselben responsiven Suchanzeige an. Google kombiniert und misst selbst. Für einen echten Vergleich zweier Ansätze nutzen Sie stattdessen zwei Anzeigen oder ein Kampagnenexperiment.
- Newsletter: Fast jedes Versandwerkzeug kann Betreffzeilen gegeneinander testen. Wichtig ist, dass nur die Betreffzeile abweicht – gleicher Versandzeitpunkt, gleicher Inhalt, gleicher Absender.
- Blog und SEO: Hier gibt es keinen echten A/B-Test. Was geht: den Title einer bestehenden Seite ändern und in der Google Search Console vergleichen, wie sich die Klickrate bei ungefähr gleicher durchschnittlicher Position entwickelt. Mindestens vier Wochen vorher und vier Wochen nachher, sonst messen Sie Rauschen.
- LinkedIn und YouTube: Kein sauberer Test möglich, weil der Algorithmus die Ausspielung bestimmt. Aussagekräftig ist nur ein Muster über viele Beiträge hinweg, nicht der Vergleich zweier Posts.
Und dann kommt die Frage, an der die meisten Tests scheitern: Ist der Unterschied echt oder Zufall? Bei 200 Empfängern je Variante und 22 gegen 26 Öffnungen ist er es fast sicher nicht. Rechnen Sie das nach, bevor Sie eine Betreffzeile zum Sieger erklären – dafür gibt es Signifikanzrechner, und ein A/B-Test-Signifikanzrechner für genau diesen Fall entsteht gerade hier auf der Seite. Die Faustregel bis dahin: Unterschiede unter etwa zwei Prozentpunkten bei wenigen hundert Empfängern sind kein Ergebnis.
Wenn Sie den Weg über die KI gehen wollen, nutzen Sie den fertigen Prompt im dritten Reiter des Werkzeugs. Er übergibt Thema, Zielgruppe, Nutzen, Kanal und Zeichenlimit in einem Rutsch. Wie man solche Prompts systematisch aufbaut, habe ich im Prompt-Generator beschrieben; eine Sammlung fertiger Marketing-Prompts finden Sie unter ChatGPT-Prompts.
Typische Fehler
- Eine Überschrift für alle Kanäle: Der Blog-Titel wird zum Anzeigentitel gekürzt und zum LinkedIn-Aufhänger kopiert. Ergebnis: überall mittelmäßig. Schreiben Sie je Kanal neu, das dauert zusammen keine zehn Minuten.
- Adjektive statt Zahlen: „Effektiv", „umfassend", „professionell", „innovativ". Diese Wörter stehen in Millionen Überschriften und sagen nichts. Ersetzen Sie jedes durch eine Zahl, einen Zeitraum oder ein konkretes Substantiv.
- Das Keyword auf zwei Titel verteilt: In Google Ads ein echter Fehler. Google verlangt ausdrücklich, dass ein Keyword vollständig in einem einzelnen Anzeigentitel steht.
- Zeichenlimit erst am Ende prüfen: Wer 45 Zeichen schreibt und dann auf 30 kürzt, streicht am Schluss meist den Nutzen und behält die Firmenbezeichnung. Besser andersherum: von Anfang an in 30 Zeichen denken.
- Die Zahl im Titel stimmt nicht mit dem Text überein: „7 Tipps" und dann stehen fünf im Text. Das merken Leser sofort, und Google zieht die Überschrift bei erkennbarem Widerspruch eher um.
- Ausrufezeichen und Großbuchstaben: Wirkt wie Schreien, wird in Anzeigen abgelehnt und in Betreffzeilen von Spamfiltern nicht gemocht. Mailchimp empfiehlt höchstens drei Satzzeichen je Betreffzeile.
- Keine zweite Variante: Die erste Idee ist selten die beste. Wer sich angewöhnt, immer zehn Zeilen zu schreiben und die beste zu nehmen, wird über Monate messbar besser. Genau dafür ist der Generator oben gedacht.
Häufige Fragen
Was ist ein Überschriften-Generator?
Ein Überschriften-Generator setzt Ihre Angaben – Thema, Zielgruppe, Nutzen, Zahl, Zeitraum – in fertige Satzmuster ein und gibt daraus mehrere Überschriften aus. Der Generator auf dieser Seite arbeitet mit 120 hinterlegten Formeln aus zehn Kategorien und rechnet zu jeder Zeile die Zeichenzahl gegen das Limit des gewählten Kanals. Gemeint sind Marketing-Überschriften für Blog, Anzeigen, LinkedIn, Newsletter und YouTube, nicht Schriftarten oder Handlettering.
Wie viele Zeichen darf ein Google-Ads-Anzeigentitel haben?
Höchstens 30 Zeichen. Google beschreibt das in der Hilfe zu responsiven Suchanzeigen als hartes Limit: Anzeigentitel sind auf 30 Zeichen beschränkt, Textzeilen auf 90 Zeichen und Pfadfelder auf 15 Zeichen. Sie können 3 bis 15 Anzeigentitel je Anzeige hinterlegen. In Sprachen mit doppelter Zeichenbreite zählt jedes Zeichen doppelt.
Wie lang sollte ein SEO-Title sein?
Google nennt kein Limit. In der Dokumentation zu Titellinks steht ausdrücklich, dass die Länge des Title-Elements nicht begrenzt ist, der Titellink in den Suchergebnissen aber bei Bedarf gekürzt wird, etwa um ihn an die Gerätebreite anzupassen. Die verbreiteten rund 60 Zeichen sind eine Werkzeug-Konvention. Eine Auswertung von rund vier Millionen Suchergebnissen fand die höchste Klickrate bei Titeln zwischen 40 und 60 Zeichen.
Bringen Fragen in der Überschrift mehr Klicks?
Nach der Datenlage nicht. In der Auswertung von rund vier Millionen Google-Suchergebnissen lagen Titel mit Frage bei 15,5 Prozent Klickrate, Titel ohne Frage bei 16,3 Prozent; der Unterschied gilt dort als nicht bedeutsam. Fragen sind trotzdem nützlich, wenn die Frage genau die ist, die Ihre Leser stellen. Als Klick-Trick funktionieren sie nicht.
Wie viele Zeichen darf ein YouTube-Titel haben?
Videotitel sind auf 100 Zeichen beschränkt, Videobeschreibungen auf 5.000 Zeichen. Das steht so in der YouTube-Hilfe zum Hochladen von Videos. Ab wie vielen Zeichen YouTube den Titel in der Suche oder auf der Startseite abschneidet, wird dort nicht genannt.
Wie lang sollte eine Betreffzeile im Newsletter sein?
Ein technisches Limit gibt es nicht, wie viel sichtbar ist, hängt vom E-Mail-Programm ab. Mailchimp empfiehlt in der eigenen Hilfe höchstens 9 Wörter und 60 Zeichen je Betreffzeile, höchstens drei Satzzeichen und höchstens ein Emoji. Kürzer ist im Zweifel besser, weil mobile Postfächer früh abschneiden.
Ist Clickbait in Anzeigen erlaubt?
Nein. Googles Richtlinie zur irreführenden Darstellung verbietet Anzeigen, mit denen durch Clickbaiting oder extrem auffällige Texte beziehungsweise Bilder mehr Traffic erzielt werden soll. Ebenfalls unzulässig sind Behauptungen, die ein mögliches, aber unwahrscheinliches Ereignis als wahrscheinlich darstellen. Google stuft solche Verstöße als schwerwiegend ein und sperrt Konten nach eigener Aussage sofort ohne vorherige Warnung.
Ein Plan für alle Kanäle
SEO, GEO, Google Ads, LinkedIn und KI-Suche: Im digitalen Marketing sorge ich dafür, dass Ihre Kanäle einem gemeinsamen Plan folgen – mit klaren Zielen, begründetem Kanalmix und einer Messung, die zeigt, was wirklich Anfragen bringt.
Überschriften sind der billigste Hebel, den Sie haben. Ich schaue mir Ihre Titel, Anzeigentexte und Betreffzeilen an, sage Ihnen, wo Klicks liegen bleiben, und richte Ihnen ein Vorgehen ein, mit dem Ihr Team Überschriften künftig testet statt diskutiert.
Google Ads vom zertifizierten Google Partner
Sie möchten Ihre Kampagnen nicht selbst betreuen? Als Google Ads Freelancer aus Nürnberg baue ich Kontostruktur, Conversion-Tracking und Kampagnen sauber auf und optimiere sie laufend – ohne Prozentsatz vom Mediabudget, mit monatlichem Reporting in Klartext. Erstgespräch kostenlos.
SEO vom Freelancer, der selbst umsetzt
Sie möchten bei Google und in KI-Antworten gefunden werden? Als SEO Freelancer aus Nürnberg verbinde ich Technik, Content und Autorität – datengetrieben, transparent, mit monatlichem Reporting. SEO-Betreuung ab 500 € pro Monat, Erstgespräch kostenlos.







